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Wiesbaden/Mainz (ddp-hes). Eine Enquete-Kommission des hessischen
Landtags soll sich nach dem Willen von SPD und Grünen in Hessen
intensiv mit dem Thema Fluglärm und seinen Folgen für die Gesundheit
beschäftigen. Beide Fraktionen wollen am Donnerstag die Einsetzung
einer entsprechenden Kommission im Landtag beantragen. «Wir nehmen
damit unser Minderheitsrecht in Anspruch, weil das Thema Fluglärm so
wichtig ist», sagte der Grünen-Verkehrsexperte Frank Kaufmann am
Montag in Wiesbaden. Die Linke kündigte Unterstützung für den Vorstoß
an, sprach sich aber für die Untersuchung mehrerer Umweltprobleme in
der Arbeitsgruppe aus.
Die umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Marjana Schott,
kritisierte: «Es ist nicht sinnvoll, zu jedem Umweltproblem, wie
Feinstaub, Stickstoffoxid oder Quecksilberbelastung, eine eigene
Kommission einzurichten.» Vielmehr sollte die Belastung der Menschen
im Rhein-Main-Gebiet «als komplexe Herausforderung» betrachteten
werden. «Hier greifen SPD und Grüne zu kurz», sagte Schott. Nach den
rot-grünen Plänen soll es am Ende der Kommissionsarbeit Empfehlungen
für mehr Lärmschutz geben, dazu könne auch eine gezielte
Gesundheitsstudie fürs Rhein-Main-Gebiet gehören, sagte Kaufmann.
Eine solche Studie forderten am Montag auch CDU und ÖDP im
rheinland-pfälzischen Mainz: Die Stadtverwaltung solle eine
entsprechende Initiative beim Gesundheitsministerium starten und in
Verhandlungen mit dem hessischen Gesundheitsministerium die
Finanzierung der Studie sicherstellen, forderte die Mainzer
CDU-Fraktionschefin Andrea Litzenburger. Ein entsprechender Antrag
soll am 5. Mai im Mainzer Stadtrat behandelt werden. Darin werde auch
die Forderung nach einer Reduzierung des Fluglärms durch ein
konsequentes Nachtflugverbot sowie neue An- und Abflugrouten
bekräftigt.
Die hessische Enquete-Kommission soll das Thema nach den Plänen
von SPD und Grünen grundlegend bearbeiten, um mehr über Fluglärm und
dessen Wirkung zu erfahren. Themen sollen unter anderem eine
umfassende Bestandsaufnahme der Lärmsituation rund um den Flughafen,
die Bewertung der existierenden Gutachten und Studien sowie ein
Vergleich der bestehenden empirischen Methoden sein. Wie stark der
Einfluss von Fluglärm in der Region sei, habe sich ja bei der
sechstägigen Pause durch den isländischen Vulkan gezeigt, betonte
Kaufmann. «Da haben die Leute auf einmal festgestellt, dass sich
Vögel in ihrem Garten befinden», sagte er. Wenn der isländische
Vulkan schon «so einen Feldversuch ermöglicht, sollte man den jetzt
auch nutzen.»
«Unser Begriff von Verantwortung beinhaltet, dass wir uns als den
Ausbau befürwortende Partei auch für die Folgen verantwortlich
fühlen», sagte der Frankfurter SPD-Abgeordnete Gernot Grumbach. Die
schwarz-gelbe Landesregierung sei bisher die Folgenabschätzung des
Ausbaus am Frankfurter Flughafen schuldig geblieben. Da sie ihrer
Verantwortung nicht gerecht werde, nehme sich jetzt der Landtag
dessen an, sagte Grumbach.
Aus Enquete-Kommissionen entstünden häufig übergreifende
Kompromisse, die Kommission könne helfen, den Streit auf eine
gemeinsame Datenbasis zu stellen. Wenn es gelinge, beim Fluglärm eine
vernünftige Datengrundlage zu entwickeln, könne das auch bei anderen
Lärmdiskussionen weiter helfen, fügte er hinzu. Die Kommission soll
13 Mitglieder haben und ihre Arbeit noch vor der Sommerpause
aufnehmen.
(ddp)
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