Richtfest für BBI-Terminal am 7. Mai
Dienstag, 27. April 2010
Richtfest für BBI-Terminal am 7. Mai

Berlin (ddp-bln). Auf der Großbaustelle des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld stehen am künftigen Terminal nur noch wenige Kräne. Als die Stahlkonstruktion für die Passagierabfertigungshalle errichtet wurde, waren nach Angaben von BBI-Sprecher Ralf Kunkel in Spitzenzeiten bis zu 50 große Kräne in Betrieb. Inzwischen ist der Rohbau fast abgeschlossen, am 7. Mai wird Richtfest gefeiert. Dazu hat die Flughafengesellschaft rund 1500 Gäste eingeladen, darunter sind Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD).

Kunkel versichert, dass der Rohbau des Terminals im Zeitplan fertiggestellt und dann zügig mit dem Innenausbau begonnen werde. Bis April 2011 seien die Arbeiten am Terminal abgeschlossen, im Mai 2011 werde eine sechsmonatige Testphase eingeleitet. Dabei werden die Funktionsabläufe im Terminal auf Herz und Nieren geprüft. Auf dem Prüfstand stehen unter anderem die Gepäcksortieranlage und der Check-in-Bereich. Die Abfertigungshalle werde rechtzeitig zur Inbetriebnahme des BBI fertig sein, betont Kunkel. Auch halte die Flughafengesellschaft an ihrem «ehrgeizigen, ambitionierten» Eröffnungstermin für den Flughafen Ende Oktober 2011 fest.

Dabei hat der harte Winter zu Verzögerungen geführt, wie BBI-Geschäftsführer Martin Körtgen und unlängst auch Wowereit einräumten. Doch die verlorene Zeit könne durch intensiven Schichtbetrieb wieder aufgeholt werden. Nach Körtgens Worten wird «unter Volldampf» daran gearbeitet, das größte Infrastrukturprojekt Ostdeutschlands fristgemäß der Öffentlichkeit zu übergeben.

Mit dem Innenausbau des Terminals in der Größe des Berliner Olympiastadions wurde teilweise schon begonnen. So laufen seit Februar die Arbeiten an der Gepäcksortieranlage, die sich über zwei Etagen erstreckt. Nach dem Richtfest wird die gesamte Haustechnik installiert, und es werden die Stromkabel verlegt. Mehr als 16 Fluggastbrücken sind am Haupt-Pier vorgesehen, weitere neun Brücken erhält der Süd-Pier. Am Nord-Pier gehen die Passagiere zu Fuß zu den Maschinen der Billig-Fluglinien.

Das Empfangsgebäude erhält einen Natursteinboden, die Wände werden teilweise mit Holzpaneelen verkleidet. Die gesamte Fassade besteht aus Glas. In die Decke sind Oberlichter eingearbeitet. So werde das Gebäude tagsüber durch Tageslicht erhellt, sagt Kunkel. Insgesamt werde es eine ruhige, lichte Atmosphäre ausstrahlen. Ein von Säulen gestütztes Vordach überspannt die mehrspurige Zufahrtstraße zum Terminal.

Das Gebäude sieht nach Kunkels Worten «wie eine überdimensionierte Neue Nationalgalerie» aus. Es greife mit seinen gegliederten Fassaden und klaren geometrischen Formen architektonische Elemente von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) bis zu Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) auf. Durch die Anlehnung an die regionale Bautradition werde der BBI «klar in der Hauptstadtregion verortet», sagt Kunkel.

Im Vordergrund stehe die Funktionalität. «Man kann sich hier nicht verlaufen», fügt der Sprecher hinzu. Die Wege zu den Fluggastbrücken oder vom unterirdischen Bahnhof hinauf zur Abfertigungshalle seien kurz. Im Terminal entstehe ein großer «Marktplatz mit hoher Aufenthaltsqualität», sagt Kunkel weiter.

Insgesamt wird es 30 gastronomische Betriebe geben, die vom Fast-Food-Imbiss bis zu Gourmet-Restaurants reichen. Darüber hinaus sind 20 Serviceeinrichtungen wie Autovermietungen und Reisebüros geplant. Hinzu kommen rund 100 Geschäfte, deren Angebot von Souvenirs über Parfümerieartikel bis hin zu Lebensmitteln und Luxusgütern wie hochwertige Handtaschen und Uhren reicht. Auch bei Einzelhandel und Gastronomie werde ein deutlicher regionaler Bezug sichtbar sein, sagt Kunkel.

(ddp)

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