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Berlin (ddp-bln). Auf der Großbaustelle des Hauptstadtflughafens
Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld stehen am
künftigen Terminal nur noch wenige Kräne. Als die Stahlkonstruktion
für die Passagierabfertigungshalle errichtet wurde, waren nach
Angaben von BBI-Sprecher Ralf Kunkel in Spitzenzeiten bis zu 50 große
Kräne in Betrieb. Inzwischen ist der Rohbau fast abgeschlossen, am 7.
Mai wird Richtfest gefeiert. Dazu hat die Flughafengesellschaft rund
1500 Gäste eingeladen, darunter sind Bundesverkehrsminister Peter
Ramsauer (CSU), Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und
Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD).
Kunkel versichert, dass der Rohbau des Terminals im Zeitplan
fertiggestellt und dann zügig mit dem Innenausbau begonnen werde. Bis
April 2011 seien die Arbeiten am Terminal abgeschlossen, im Mai 2011
werde eine sechsmonatige Testphase eingeleitet. Dabei werden die
Funktionsabläufe im Terminal auf Herz und Nieren geprüft. Auf dem
Prüfstand stehen unter anderem die Gepäcksortieranlage und der
Check-in-Bereich. Die Abfertigungshalle werde rechtzeitig zur
Inbetriebnahme des BBI fertig sein, betont Kunkel. Auch halte die
Flughafengesellschaft an ihrem «ehrgeizigen, ambitionierten»
Eröffnungstermin für den Flughafen Ende Oktober 2011 fest.
Dabei hat der harte Winter zu Verzögerungen geführt, wie
BBI-Geschäftsführer Martin Körtgen und unlängst auch Wowereit
einräumten. Doch die verlorene Zeit könne durch intensiven
Schichtbetrieb wieder aufgeholt werden. Nach Körtgens Worten wird
«unter Volldampf» daran gearbeitet, das größte Infrastrukturprojekt
Ostdeutschlands fristgemäß der Öffentlichkeit zu übergeben.
Mit dem Innenausbau des Terminals in der Größe des Berliner
Olympiastadions wurde teilweise schon begonnen. So laufen seit
Februar die Arbeiten an der Gepäcksortieranlage, die sich über zwei
Etagen erstreckt. Nach dem Richtfest wird die gesamte Haustechnik
installiert, und es werden die Stromkabel verlegt. Mehr als 16
Fluggastbrücken sind am Haupt-Pier vorgesehen, weitere neun Brücken
erhält der Süd-Pier. Am Nord-Pier gehen die Passagiere zu Fuß zu den
Maschinen der Billig-Fluglinien.
Das Empfangsgebäude erhält einen Natursteinboden, die Wände werden
teilweise mit Holzpaneelen verkleidet. Die gesamte Fassade besteht
aus Glas. In die Decke sind Oberlichter eingearbeitet. So werde das
Gebäude tagsüber durch Tageslicht erhellt, sagt Kunkel. Insgesamt
werde es eine ruhige, lichte Atmosphäre ausstrahlen. Ein von Säulen
gestütztes Vordach überspannt die mehrspurige Zufahrtstraße zum
Terminal.
Das Gebäude sieht nach Kunkels Worten «wie eine überdimensionierte
Neue Nationalgalerie» aus. Es greife mit seinen gegliederten Fassaden
und klaren geometrischen Formen architektonische Elemente von Karl
Friedrich Schinkel (1781-1841) bis zu Ludwig Mies van der Rohe
(1886-1969) auf. Durch die Anlehnung an die regionale Bautradition
werde der BBI «klar in der Hauptstadtregion verortet», sagt Kunkel.
Im Vordergrund stehe die Funktionalität. «Man kann sich hier nicht
verlaufen», fügt der Sprecher hinzu. Die Wege zu den Fluggastbrücken
oder vom unterirdischen Bahnhof hinauf zur Abfertigungshalle seien
kurz. Im Terminal entstehe ein großer «Marktplatz mit hoher
Aufenthaltsqualität», sagt Kunkel weiter.
Insgesamt wird es 30 gastronomische Betriebe geben, die vom
Fast-Food-Imbiss bis zu Gourmet-Restaurants reichen. Darüber hinaus
sind 20 Serviceeinrichtungen wie Autovermietungen und Reisebüros
geplant. Hinzu kommen rund 100 Geschäfte, deren Angebot von Souvenirs
über Parfümerieartikel bis hin zu Lebensmitteln und Luxusgütern wie
hochwertige Handtaschen und Uhren reicht. Auch bei Einzelhandel und
Gastronomie werde ein deutlicher regionaler Bezug sichtbar sein, sagt
Kunkel.
(ddp)
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