Ramsauer dringt auf Asche-Grenzwerte für Luftverkehr
Samstag, 24. April 2010
Ramsauer dringt auf Asche-Grenzwerte für Luftverkehr

Hamburg (ddp). Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat den Fluggesellschaften laut einem Medienbericht eine Mitschuld am Vulkanasche-Chaos gegeben. Dabei gehe es im Kern um die Leitlinie des UNO-Zivilluftverbands ICAO, in der nicht geregelt ist, ab welcher Konzentration von Aschepartikeln in der Atmosphäre wieder geflogen werden darf. «Die ist unter Beteiligung der Verbände, insbesondere der IATA, und damit der Fluggesellschaften zustande gekommen», habe der Minister am vergangenen Wochenende dem Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber am Telefon gesagt, berichtete «Der Spiegel» am Samstag vorab.

Weiter hieß es in dem Bericht, dass vor allem die Triebwerkshersteller einen solchen Grenzwert für Vulkanasche nicht benennen konnten. Erst unter dem Eindruck des Flugchaos sei es dem Flugzeughersteller Airbus gelungen, die Branche zur Festlegung auf einen Grenzwert zu drängen.

Derweil hat Ramsauer die Industrie zu weiteren Vulkanasche-Tests an Turbinen aufgefordert. Für diesen Dienstag lädt er dem Magazin zufolge zu einer Expertenrunde aus Behörden und Luftfahrtunternehmen nach Berlin ein. Kommende Woche dann finde ein Sondertreffen der EU-Verkehrsminister statt, bei dem über eine europaweite Grenzwertregelung beraten werden soll.

Im «Focus» forderte der Minister, die «zähen Entscheidungsprozesse» zu vereinheitlichen und zu beschleunigen. Ferner plädierte er für «verbindliche Mess- und Grenzwerte sowie verbindliche Regeln für unvorhergesehene Fälle» in Europa.

Indes haben es die Fluggesellschaften laut dem Magazin versäumt, ihre Flugausfälle durch die Vulkan-Aschewolke zu versichern, obwohl dies längst möglich gewesen wäre. Wetterbedingte Betriebsunterbrechun­gen bei Fluggesellschaften, zu denen auch Nebel, Schnee oder Folgen einer Vulkan-Aschewolke zählen, «könnten versichert werden», sagte Renate Strasser, Leiterin der Flugsparte beim Rückversicherer Munich Re. Hierzu habe es auch Gespräche mit Airlines gegeben, «jedoch keine Abschlüsse». Zuvor hatte die Lufthansa erklärt, dass es für diesen Fall «bisher keine verfügbare oder marktübliche Versicherung» gebe.

(ddp)

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