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Mittwoch, 28. April 2010


Berlin (ots) - Größter Betreiber von Forschungsfluggeräten in
Europa präsentiert aktuelle und künftige Entwicklungen aus allen
Bereichen der Luft- und Raumfahrt

"Asche-Jäger" Falcon 20E als fliegender ILA-Botschafter im Einsatz

Der humanoide Roboter "SpaceJustin" kommt erstmals zur ILA

Berlin, 28. April 2010 - Mit einem starken Auftritt auf der ILA
2010 unterstreicht das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
seine Rolle als eine der führenden Institutionen für die
Spitzenforschung in allen Aerospace-Bereichen. Vom 8. bis 13. Juni
wird das DLR mit einem 600 Quadratmeter großen Stand in Halle 9, der
Beteiligung mit zwölf Exponaten im Space Pavilion und der
Präsentation einer ganzen Flotte von Forschungsflugzeugen und
-hubschraubern zu den größten Ausstellern der Internationalen Luft-
und Raumfahrtausstellung auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld gehören.
Unter anderem ist geplant, der Fachwelt und dem Publikum Fluggeräte
wie die A320 ATRA, Do228-101 D-Code, EC135FHS, G550 HALO und die
Antares, aber auch die Dassault Falcon 20E zu präsentieren. Der
Einsatz dieses Forschungsflugzeugs stand vor wenigen Tagen im
Blickpunkt der internationalen Verkehrsluftfahrt, als es auf seiner
Mission als "Asche-Jäger" die Auswirkungen der Aschewolke des
isländischen Vulkans Eyjafjallajökull in der Atmosphäre über Europa
erforschte. Dabei wurde die Konzentration der Vulkanasche in
Flughöhen zwischen 2.000 und 12.000 Metern Höhe gemessen.
Gleichzeitig ist die Falcon neben der HALO auch als fliegender
ILA-Botschafter unterwegs, denn das Logo "100 Jahre ILA" am Cockpit
wirbt bei allen Einsätzen für die älteste Luftfahrtmesse der Welt.

Forschungsflieger hautnah erleben

Das DLR-Forschungsflugzeug Falcon 20 E ist seit 1976 im Einsatz
und eine der wichtigsten Plattformen deutscher und europäischer
flugzeugbasierter Atmosphärenforschung. Das fliegende Labor für
Umwelt- und Klimaforschung steigt höher als die meisten
Verkehrsflugzeuge und erlaubt beispielsweise Messungen in der Nähe
von Gewittern oder in nur 30 Metern Entfernung hinter den Triebwerken
eines Verkehrsflugzeugs. Die Gipfelhöhe der Falcon reicht aus, um in
mittleren Breiten die untere Stratosphäre zu erreichen, die in den
vergangenen Jahren vor allem mit dem Abbau des Ozons im Blickpunkt
der Forschung steht.

Das weltweit erste pilotengesteuerte Flugzeug mit
Brennstoffzellenantrieb Antares DLR-H2 erlebt auf der ILA seine erste
Präsentation auf einer Luftfahrtmesse. Das über mehrere Jahre am DLR
geführte Projekt beweist eine neue Qualität auf dem Gebiet der
hocheffizienten, emissionsfreien Energiewandlung: Durch den
Brennstoffzellenantrieb von Antares DLR-H2 sind Start, Flug und
Landung völlig CO2-frei.

Mit neuem DLR-Anstrich präsentiert sich das größte Mitglied aus
der DLR-Forschungsflotte, der Airbus A320-232 ATRA (Advanced
Technology Research Aircraft). Der Airbus bietet im Format eines
Airliners ein breites Nutzungsspektrum von der reinen
Grundlagenforschung bis hin zu Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten der Europäischen Luftfahrtindustrie. Das DLR
und seine Partner erschließen mit dem ATRA neue Möglichkeiten der
kommerziell verfügbaren Luftfahrtforschung.

HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) ist das neue
deutsche Forschungsflugzeug für die Atmosphärenwissenschaft und die
Erdbeobachtung. Die Kombination aus Reichweite (bis 8.000 KM),
maximaler Flughöhe, Nutzlast (bis 3.000 kg) und Flexibilität machen
den Business-Jet des Typs Gulfstream G550 zu einem weltweit
einzigartigen fliegenden Labor. Alle Regionen der Erde von den Polen
bis zu den Tropen und den abgelegenen Regionen des Pazifiks können
mit HALO erreicht werden. Außerhalb der Tropen kann HALO auch
Messungen in der wichtigen Grenzschicht zwischen Troposphäre und
Stratosphäre durchführen.

Das DLR betreibt in Braunschweig einen in Europa einzigartigen
Flugversuchsträger - den gemeinsam mit Eurocopter Deutschland (ECD)
und Liebherr Aerospace Lindenberg (LLI) entwickelten
Forschungshubschrauber EC 135 FHS (Fliegender Hubschrauber
Simulator). Wesentliche Elemente der in den FHS integrierten
Technologien sind Lichtleiterverbindungen für die gesamte Steuerung
(Fly-by-light), intelligente Aktuatoren und Sensoren sowie eine
modular aufgebaute Rechnerarchitektur und modernste Cockpitanzeigen.
Mit dieser Fähigkeit umfasst das FHS-Einsatzspektrum die Erprobung
neuer Hubschraubersysteme, die Ausbildung von Piloten, die
Entwicklung neuer Steuerungs- und Regelungssysteme sowie die
Simulation von Flugeigenschaften im Reißbrettstadium befindlicher
Hubschrauber. Piloten haben damit die Möglichkeit, fliegend neue
Systeme und Hubschrauber unter realistischen Bedingungen zu testen.

Die Dornier Do 228-101, Kennung D-CODE wird vom Deutschen Zentrum
für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig als fliegende
Universal-Forschungsplattform bei unterschiedlichsten Experimenten
eingesetzt. Mit ihr werden zum Beispiel Strömungsuntersuchungen an
Laminarprofilen von Tragflächen durchgeführt, optische Sensoren zur
Erzeugung künstlicher Außensicht und Flugführungssysteme erprobt
sowie Fernerkundungsmissionen geflogen.

Von alternativen Treibstoffen bis zu Katastropheneinsätzen

In Halle 9 ist ein großes Portfolio des Forschungsspektrums des
DLR vertreten: So forscht das DLR seit Jahren an alternativen
Treibstoffen für eine klimafreundliche Luftfahrt. Aktuelle Ergebnisse
zeigen, dass die zukünftigen Treibstoffe in Hinblick auf
Umweltfreundlichkeit und Zuverlässigkeit dem Kerosin sogar überlegen
sein könnten. Ein erster kommerzieller Linienflug mit einer
50-prozentigen Beimischung des synthetischen Gas to Liquid (GtL)
Treibstoffs zum Kerosin fand bereits 2009 in Zusammenarbeit mit
Shell, Rolls Royce plc und Qatar Airways statt. Das Exponat GtL zeigt
einen Demonstrationsbrenner für flüssige Treibstoffe und verdeutlicht
damit das Brennverhalten unterschiedlicher alternativer Treibstoffe
für die Luftfahrt.

Mit der Ausstellung eines Abschnitts eines A340-600 Vorflügels aus
Thermoplastmaterial mit integrierter Enteisung stellt das DLR einen
zukunftsweisenden Schritt in der CFK-Bauweise vor: Gemeinsam mit
Partnern hat das DLR einen Vorflügel in Kohlefaserverbund-Bauweise
mit integrierter Enteisung entwickelt. Diese Vorderkanten des Flügels
sind besonderen Belastungen ausgesetzt: Sie müssen Vogelschlag
standhalten und dürfen nicht vereisen. Aufgrund der Bruchgefahr bei
einem Vogelschlag haben die Wissenschaftler kohlenfaserverstärktes
Poly-Ether-Ether-Keton (CF-PEEK) verwendet, das nachgiebiger als
andere Kunststoffe ist. Zusätzlich konnten die Forscher so das
Gewicht des Flügels (engl.: Slat) um circa 20 Prozent reduzieren. Um
dem Problem der Vereisung entgegenzutreten, haben die Partner ein
elektro-thermisches Heizelement entwickelt.

Effektive Unterstützung bei Katastropheneinsätzen bietet das Lage-
und Führungssystem Disaster Management Tool (DMT). Das DMT liefert
hochauflösende Luftbilder, die mit Themenkarten überlagert werden und
ortsbezogene Informationen wie beispielsweise Schadensorte oder
Standorte von Ressourcen visualisieren und dokumentieren. Das DLR
verbindet mit dem DMT die drei Kernfelder Kommunikation, Navigation
und satellitengestützte Erdbeobachtung zu einer integrierten Lösung.

Seit am DLR-Standort Göttingen Anfang 2000 ein Funklabor für
Schüler eingerichtet und später zu einem großen und repräsentativen
Schülerlabor ausgebaut wurde, ist die Nachfrage bei Schülern und
Lehrer groß. Mittlerweile finden sich die DLR_School_Labs an neun
Standorten. Das DLR zeigt auf der ILA 2010 Schülerexperimente zu den
Themenbereichen "Ultraschallprüfstand", "Vakuum" sowie
"Infrarotlicht".

DLR zeigt im Space Pavilion Schlüsseltechnologien

Eine Schlüsseltechnologie der Raumfahrt stellt der humanoide
Roboter SpaceJustin dar. Der Serviceroboter kann, von der Erde aus
gesteuert, auch im Orbit agieren. Seine zwei Fünf-Finger-Hände machen
seine Bewegungen menschenähnlich. Der Operator kommandiert die
Bewegung der Arme, Finger sowie des Kopfes durch eine haptische
Mensch-System-Schnittstelle, die umgekehrt dem Operator die Kraft-
und Bewegungsinformation des Roboters darstellt. Durch SpaceJustins
"Augenpaar" kann dieser sich selbst ein dreidimensionales Bild seiner
Umgebung machen und dem Operator dieses übermitteln. Der steuernde
Mensch fühlt sich durch diese multimodale Kopplung in der entfernten
Umgebung "präsent". Mit dieser Telepräsenztechnologie ist SpaceJustin
in der Lage, komplexe Reparaturaufgaben im Orbit durchzuführen und
die Astronauten zu entlasten.

Erstmals stellt das DLR ein Modell des Weltraumteleskops
AsteroidFinder/SSB vor. Um den schwer zu ortenden Inner Earth Objects
(IEO) auf die Spur zu kommen, plant das DLR im Rahmen eines
Kompaktsatellitenprogramms die Mission AsteroidFinder auf dem
Standardsatellitenbus /SSB. Ein Teleskop mit einer neuartigen
Hochleistungskamera soll aus dem Erdorbit IEOs beobachten.
AsteroidFinder hat zum Ziel, das Wissen über Anzahl, Größe und
Bahnverlauf innerer Asteroiden deutlich zu erweitern.

In der Erdbeobachtung gehört das DLR zu den führenden
Forschungseinrichtungen in Europa. Das DLR stellt die Exponate zum
Thema Erdbeobachtung in einer Relief-Landschaft dar, auf der
Erdbeobachtungsdaten projiziert werden. Mit den
Erdbeobachtungsmissionen des DLR ist es möglich, die Erde trotz
Wolkenbedeckung zu beobachten.

Für Juni 2010 ist der Start des Satelliten TanDEM-X und damit der
Start der gleichnamigen Mission vorgesehen: Die TanDEM-X-Mission
(TerraSAR-X add-on for Digital Elevation Measurement) basiert auf
zwei nahezu identischen Erdbeobachtungssatelliten: TerraSAR-X und
TanDEM-X. Beide sind mit einem modernen, leistungsfähigen
Radarsystem, dem Synthetic Aperture Radar (SAR), ausgestattet. Diese
werden unabhängig von Tageslicht und Wolkenbedeckung innerhalb von
drei Jahren ein 3D-Höhenmodell der Erde erstellen.

Das ebenfalls auf der ILA präsentierte Zentrum für
satellitengestützte Kriseninformation (ZKI), ein Service des DLR,
kümmert sich im Fall einer Katastrophe um die schnelle Beschaffung,
Aufbereitung und Analyse von Satellitendaten. Neben der reinen
Krisenreaktion und -beurteilung steht die Ableitung von
Geoinformation für den Wiederaufbau und die Krisenprävention im Fokus
der Arbeiten und Analysen.

Mit dem Projekt "Global Monitoring for Environment and Security"
(GMES) wächst Europa in der Erdbeobachtung zusammen. GMES ist eine
gemeinsame Initiative der EU und der ESA zum Aufbau eines
eigenständigen, europäischen Systems für die globale Umwelt- und
Sicherheitsüberwachung. GMES verknüpft die satellitengestützte
Erdbeobachtung mit flugzeuggestützten terrestrischen und maritimen
Messdaten sowie weiteren Datenquellen. Mit GMES wird - nach dem
Vorbild meteorologischer Satelliten für die Wettervorhersage -
weltraumgestützte Erdbeobachtungstechnologie im Dienste der
Gesellschaft angewendet.

Weitere Informationen:

Andreas Schütz, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Kommunikation, Pressesprecher, Tel.: +49 2203 601-2474, Mobil: +49
171 3126466, Fax: +49 2203 601-3249 Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können

Diese Presse-Information finden Sie auch im Internet:
www.ila-berlin.de

Originaltext: Messe Berlin GmbH
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Pressekontakt:
Wolfgang Rogall
Tel. +49(0)30 3038-2218
Fax +49(0)30 3038-2287
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können
www.messe-berlin.de

Messe Berlin GmbH
Messedamm 22
14055 Berlin

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