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Berlin (ots) - Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften
(BDF) sieht für das Jahr 2009 keine nachhaltige Erholung der
Ertragslage für die Luftverkehrsindustrie und warnt vor verfrühtem
Optimismus für das kommende Jahr. Die Fluggesellschaften kämpften
gegenwärtig mit gesunkenen Durchschnittserlösen, weshalb weitere
Belastungen wie höhere Flughafen-Entgelte, staatliche Gebühren und
steigende Treibstoffpreise nicht verkraftbar seien, sagte
BDF-Geschäftsführer Michael Engel am Freitag bei der Konferenz der
Betriebsräte der deutschen Verkehrsflughäfen in Nürnberg.
"Was wir im ersten Halbjahr 2009 erlebt haben, war der stärkste
Einbruch bei den Passagierzahlen in der jüngsten Geschichte der
deutschen Fluggesellschaften." Die Passagierzahlen in Deutschland
gingen im 1. Halbjahr 2009 um 7,7% gegenüber dem gleichen
Vorjahreszeitraum zurück. Noch dramatischer war der Verfall bei den
Durchschnittserlösen, der bei einigen Fluggesellschaften mehr als
doppelt so stark ausfiel, wie der Rückgang der Passagierzahlen. "Wir
sehen zwar, dass wieder mehr Gäste in den Flugzeugen sitzen und die
Auslastung etwas steigt, aber die Umsätze verharren auf sehr
niedrigem Niveau. Die Airlines bewegen sich nach wie vor auf dem
Mengenniveau von 2006 oder 2007 und das bei rund 20% weniger Erlösen
gerade bei den hochpreisigen Tickets."
Normalerweise erwirtschaften die Unternehmen in den Sommermonaten
Juni bis August einen Großteil ihrer Erträge, die in diesem Jahr
krisenbedingt deutlich niedriger ausgefallen sind. Für das zweite
Halbjahr könne sich zusätzlich belastend der Anstieg des Ölpreises
auswirken. Während der Barrel Öl im ersten Quartal durchschnittlich
45 US-Dollar kostete, waren es im August bereits über 70 US-Dollar.
Mit großer Sorge betrachtet der Verband zeitgleich die Entwicklung
im Bereich der Gebühren für Flugsicherung, Luftsicherheitskontrollen
und bei den Flughafenentgelten. "Hier rollen Mehrkosten in Höhe von
fast 200 Millionen Euro auf die Fluggesellschaften zu. Für viele
Airlines werden die gesamten Kostensenkungen im eigenen Unternehmen
auf einen Schlag wieder zunichte gemacht", so Engel. Der BDF fordert
deshalb vom Bund und den Landesluftfahrtbehörden, keine Erhöhungen
der staatlich regulierten Gebühren und Entgelte zu genehmigen und auf
diese Weise einen Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten.
Entscheidungen hierüber stehen Ende September an, wenn die Nationale
Arbeitsgruppe Luftverkehr auf Bundesebene ihre Vorschläge zur
Entlastung der Branche vorlegen will.
Der BDF vertritt die Interessen der deutschen Linien-, Charter-
und Low Cost-Carrier gegenüber Wirtschaft und Politik. Die
Verbandsmitglieder gehören zu den weltweit sichersten
Fluggesellschaften. Sie befördern jährlich mehr als 120 Millionen
Passagiere. Dabei kommen über 750 moderne Flugzeuge zum Einsatz. Die
Unternehmen erwirtschaften jährlich einen Umsatz von rund 27
Milliarden Euro. In Summe beschäftigen die BDF-Fluggesellschaften
120.000 Mitarbeiter.
Originaltext: BDF Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften e.V.
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