Berlin will Modellstadt für E-Autos werden
Mittwoch, 28. April 2010
Berlin will Modellstadt für E-Autos werden

Berlin (ddp-bln). Berlin will Modellstadt für Elektromobilität in Deutschland und Europa werden. Wenige Tage vor einem Gipfel zum Thema Elektromobilität bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warb der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit (SPD), um Unterstützung für die Hauptstadt. Berlin sei der «beste Ort für einen nationalen ´Show room´ zur Elektromobilität», schrieb der Regierungschef in einem am Mittwoch verbreiteten Brief an die Kanzlerin. Nur die Hauptstadt besitze die entscheidende internationale Ausstrahlungskraft. Zu dem Spitzentreffen hat die Kanzlerin für Montag (3. Mai) die Privatwirtschaft eingeladen.

Wenn Deutschland seine Marktführerschaft im Bereich der Mobilität behalten möchte, sollte der Bund alle verfügbaren Mittel konzentrieren und zielorientiert einsetzen, betonte Wowereit in dem Brief. Eine Zersplitterung in viele Teilmärkte mache keinen Sinn. Derzeit gibt es bundesweit acht Modellregionen - neben Berlin unter anderem Wolfsburg, Stuttgart und Köln.

Berlin biete mit seinem Wissenschaftspotenzial, darunter an der Technischen Universität, sowie der Verkehrsinfrastruktur die besten Voraussetzungen für ein Referenzprojekt, sagte die Staatssekretärin in der Wirtschaftsverwaltung, Almuth Nehring-Venus. Die Daimler AG habe angekündigt, in Marienfelde Elektromotoren für Hybridfahrzeuge bauen zu wollen. Berlin sei zudem bereit, nach der Schließung des Flughafens Tegel dort ein Entwicklungszentrum für diesen Bereich anzusiedeln. Damit könne die Stadt die Elektromobilität von der Forschung bis zur Produktion abdecken.

Berlin erhofft sich dazu weitere Fördermittel, wie die Staatssekretärin sagte. Die über das Konjunkturpaket geflossenen Forschungsgelder für die Elektromobilität laufen Ende 2011 aus. Bis dahin erhält die Hauptstadt für Modellprojekte jeweils rund zehn Millionen Euro vom Bund und aus der Privatwirtschaft. Insgesamt stehen nach Angaben von Nehring-Venus für diesen Bereich in Berlin etwa 50 Millionen Euro zur Verfügung.

(ddp)

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