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München/Landshut (ddp-bay). Am Jahrestag der Katastrophe von
Tschernobyl haben die Landtagsgrünen am Montag eine sogenannte
Anti-Atom-Tour quer durch Bayern gestartet. Zum Auftakt protestierten
die Grünen vor den Toren des Atomkraftwerks Isar 1 bei Landshut gegen
die Pläne von Bundesregierung und Staatsregierung, den gesetzlich
verankerten Ausstieg aus der Atomenergie aufzuweichen und die
deutschen Atomkraftwerke weitaus länger am Netz zu lassen als bislang
vereinbart. Wie die Fraktion mitteilte, wollen die Abgeordneten zwei
Wochen lang auf Bayerns Marktplätzen über die Folgen der
schwarz-gelben Atompläne informieren.
«Wir Grüne lehnen längere AKW-Laufzeiten entschieden ab», sagte
die Landeschefin Theresa Schopper. «Die Atomenergie ist eine nicht
beherrschbare Risikotechnologie. Je älter die Atomkraftwerke werden,
desto anfälliger sind sie für technische Defekte.» Gerade Isar 1, das
nach dem geltenden Atomgesetz 2011 abgeschaltet werden müsste, zeige
zunehmend Alterungserscheinungen und sei durch seine Bauweise nur
unzureichend gegen Terroranschläge gesichert.
Der vermeintliche Nutzen längerer AKW-Laufzeiten läge allein bei
den großen Stromkonzernen, warnte zugleich Grünen-Energieexperte
Ludwig Hartmann. «Jedes Jahr, das die Betreiber ihre Reaktoren länger
am Netz halten können, spült den Konzernen zehn Milliarden Euro
zusätzlich in die Kassen.» Massiv ausgebremst würde damit der Erfolg
der erneuerbaren Energien: «Solange die Energieriesen mit ihren
längst abgeschriebenen Atomkraftwerken die Preise diktieren können,
verzerren sie den Wettbewerb für Sonne, Wind und Biogas», warnte
Hartmann.
(ddp)
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