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Grüne kritisieren mangelnde Glaubwürdigkeit beim Klimaschutz |
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Dienstag, 27. April 2010 |
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Berlin (ddp). Kurz vor der Klimaschutzkonferenz auf dem Bonner
Petersberg werfen die Grünen der Bundesregierung mangelnde
Glaubwürdigkeit in der Klimapolitik vor. Es klafften Welten zwischen
dem, was die Bundesregierung verkünde und dem, was sie tatsächlich
umsetze, kritisierte der Grünen-Abgeordnete Hermann Ott am Dienstag
in Berlin. Die Regierung rücke vom Ziel eines globalen
Klimaschutzabkommen ab. Auch blockiere Deutschland innerhalb der EU
eine Minderung des Treibhausgasausstoßes um 30 Prozent. Ott beklagte
eine «Merkelisierung der Klimapolitik». Die «Strategie des Aussitzens
und Abwartens» von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werde nun
schrittweise auf die Klimapolitik übertragen.
Ott forderte ein klares Bekenntnis der Industriestaaten zum
Kyoto-Protokoll. Zudem stellte er die derzeitigen Strukturen der
Klimadiplomatie in Frage und sprach sich für eine «Verstetigung» der
Verhandlungen aus. Die Klimakonferenz in Kopenhagen habe gezeigt,
dass die derzeitigen Abläufe den Anforderungen nicht mehr gerecht
würden. Denkbar sei die Schaffung von Klimabeauftragten analog zu den
Handelsbeauftragten, die - mit Vollmachten ihrer Regierungen
ausgestattet - einen permanenten Austausch über Klimafragen
gewährleisten könnten.
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europäischen Parlament,
Rebecca Harms, äußerte sich skeptisch hinsichtlich der Chancen für
ein neues Klimaschutzabkommen. «Wir sind nicht mehr der Auffassung,
dass es in Cancún ein internationales Abkommen geben wird», sagte
Harms. Jetzt müssten die Weichen so gestellt werden, dass sich die
Staaten ein Jahr später auf ein Abkommen verständigen könnten.
Freiwillige bilaterale Maßnahmen zwischen Staatengruppen könnten ein
verbindliches Abkommen nicht ersetzen, fügte Harms hinzu.
(ddp)
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