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Köln (ots) - Zwei identische Medikamente - ein Preis. Klingt
absurd? Ist es auch! Der aktuelle "Tabletten-Tourismus" durch Europa
macht es möglich. Um Medikamente auf dem deutschen Markt billiger
anbieten zu können, sind kluge Geschäftsleute auf eine findige Idee
gekommen. Sie fahren deutsche Medikamente mit einem LKW rund 4.000
Kilometer durch Europa und können sie danach günstiger anbieten. Das
ganze ist legal, dank dem freien Handelsverkehr in Europa nun möglich
und von der deutschen Bundesregierung sogar gefördert.
Das Prozedere scheint verrückt, aber effizient: deutsche Medikamente,
die eigentlich für das Ausland bestimmt sind, werden zunächst
exportiert. Dann sofort wieder importiert. Die Packungen in der
jeweiligen Landessprache des ursprünglichen Bestimmungslandes werden
entsorgt und neu in Deutsch gedruckt oder in Bastelarbeit per Hand
umetikettiert. Anschließend kann das gleiche Medikament in
Deutschland für einen günstigeren Preis verkauft werden. Das ganze
wird sogar von der Deutschen Bundesregierung gefördert. Die gibt eine
Import-Quote von 5,5 % für die Abgabe von verschreibungspflichtigen
Medikamenten vor und sorgt damit dafür, dass 36 Millionen
Medikamentenschachteln im Jahr auf die Reise geschickt werden. Das
Geschäft boomt so sehr, dass der Arznei-Importanteil auf 2,6 Mrd. EUR
pro Jahr angewachsen ist.
RTL-"Explosiv" ist es nun gelungen hinter die Kulissen der
Pillen-Importeure zu schauen. Der Größte Importeur in Deutschland
zeigt, eine Halle, in der 300 Frauen, ausländische Schachteln für den
Deutschen Markt wieder umgestalten. Dabei wird jede einzelne
Pillenschachtel ausgepackt, die Tabletten von Hand aussortiert, die
Umverpackungen mit deutschen Etiketten überklebt und abschließend
alles mit einem deutschen Beipackzettel wieder einsortiert. Allein
dieser Händler verdient mit dem Überkleben von Arzneischachteln 900
Mio. EUR im Jahr. Und wo bleibt dabei der Verbraucher? Der muss um
dieses Phänomen wissen, um gezielt in der Apotheke nach den
preisgünstigeren Re-Importen zu fragen. Bei einem Asthmaspray kann er
dann bis zu 11 Euro sparen oder bei der Antibabypille beispielsweise
bis zu 8 Euro.
Bei dieser Gesundheitspolitik stellt sich natürlich nur die Frage,
warum das alles? Unnötige Transporte, unnötiger Müll, und verwirrende
Verpackungen, die, für den Verbraucher, fast wie Fälschungen
aussehen. Dabei könnte man Medikamente in Deutschland per
gesetzlicher Regelung, wie in anderen EU-Ländern auch, günstiger
machen. In vielen EU-Ländern geben die Krankenkassen bereits vor, was
ein Medikament maximal kosten darf. Außerdem wird meist keine oder
eine geringere Mehrwertssteuer für Arznei erhoben.
Rückfragen: Heike Schultz, Tel.: 0221/456 4221; E-Mail:
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Originaltext: RTL Television GmbH
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