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Frankfurt am Main (ots) -
Sperrfrist: 16.06.2009 00:01
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Global Entertainment and Media Outlook von PwC: Umsatz der
globalen Medienbranche fällt 2009 um knapp vier Prozent / Werbeerlöse
sinken nachhaltig / Digitalisierung bringt traditionelle Medien in
Zugzwang
Die weltweite Rezession lässt die globale Medien- und
Unterhaltungsindustrie erstmals seit Beginn der Internet-Revolution
schrumpfen. Im laufenden Jahr werden die weltweiten Branchenerlöse
gegenüber 2008 um voraussichtlich 3,9 Prozent auf knapp 1,35
Billionen US-Dollar (952 Milliarden Euro) sinken, wie die
Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers
(PwC) im "Global Entertainment and Media Outlook: 2009 - 2013"
prognostiziert. Für das Umsatzminus ist vor allem ein massiver
Einbruch der Werbeeinnahmen verantwortlich. Diese dürften 2009 um
12,1 Prozent auf rund 421,1 Milliarden US-Dollar zurückgehen und sich
in Abhängigkeit von der Konjunkturentwicklung erst ab 2011 wieder
allmählich erholen. Die Ausgaben der Konsumenten für Fernsehen,
Musik, Film, Print- und Onlinemedien sowie den Internet-Zugang werden
2009 um 1,2 Prozent auf rund 706,8 Milliarden US-Dollar sinken.
"Die gegenwärtige Rezession trifft die Medienbranche härter als
alle vorausgegangenen. Sie stellt sogar die Krise nach dem Aus der
New Economy zu Beginn des Jahrtausends in den Schatten. Denn nicht
nur die Werbeeinnahmen sinken massiv, sondern auch die Verbraucher
geben erstmals seit Jahren weniger aus", erläutert Frank Mackenroth,
Partner und Leiter der Branchengruppe Entertainment & Media bei PwC.
Ein klares Wachstum der Medienindustrie erwarten die Experten erst
wieder ab 2011. Nach der rückläufigen Entwicklung der Jahre 2009 und
2010 werden sich die Medienmärkte dann wieder erholen, so dass die
Erlöse aus Verbraucherausgaben und Werbung zwischen 2009 und 2013
insgesamt um durchschnittlich 2,7 Prozent pro Jahr auf 1,6 Billionen
US-Dollar zulegen dürften. Für die deutsche Branche prognostiziert
die Studie zwischen 2009 und 2013 ein leichtes Wachstum von jährlich
0,8 Prozent auf rund 99,5 Milliarden US-Dollar. Dabei dürften die
Verbraucherausgaben um durchschnittlich 0,9 Prozent auf 59,9
Milliarden US-Dollar steigen, während die Werbeeinnahmen
voraussichtlich um 1,8 Prozent auf knapp 22,1 Milliarden US-Dollar
sinken werden.
Starke Einbußen in Nordamerika
Besonders deutlich macht sich die Wirtschaftskrise auf dem
nordamerikanischen Medienmarkt bemerkbar. In den USA und Kanada
sinken die Branchenerlöse im laufenden Jahr um voraussichtlich 7,1
Prozent auf gut 463,2 Milliarden US-Dollar. Damit liegt der Umsatz
nur knapp über dem Niveau von 2005. Auf Sicht der kommenden fünf
Jahre ist in der Region lediglich mit einem durchschnittlichen
Wachstum von 1,3 Prozent auf gut 532 Milliarden US-Dollar im Jahr
2013 zu rechnen.
In der Region Europa, Mittlerer Osten und Südafrika (EMEA)
erwarten die Experten für 2009 einen Umsatzrückgang um 3,7 Prozent
auf 502,9 Milliarden US-Dollar. Überdurchschnittlich hoch ist das
Minus in Großbritannien, das besonders unter den Folgen der
Immobilien- und Finanzmarktkrise leidet. Hier dürfte der Umsatz der
Medien- und Unterhaltungsindustrie in den Jahren 2009 und 2010 um
insgesamt 7,2 Prozent auf gut 85,5 Milliarden US-Dollar sinken. Auch
Deutschland ist mit einem prognostizierten Erlösrückgang um 5,3
Prozent auf knapp 90,5 Milliarden US-Dollar bis Ende 2010 stärker
betroffen als die meisten anderen europäischen Länder. Am
drastischsten kommt der wirtschaftliche Abschwung in Russland zum
Tragen, wo nach zweistelligen Wachstumsraten in den Vorjahren die
Ausgaben für Medien- und Unterhaltung in den nächsten zwei Jahren um
11,4 Prozent fallen werden.
Schwellenregionen mit höheren Wachstumsraten
Bis 2013 erwarten die Experten für die EMEA-Region ein jährliches
Umsatzplus von 2,7 Prozent auf dann 595,8 Milliarden US-Dollar.
Deutlich höher sind die Wachstumsraten in den Schwellenregionen,
jedoch können die Medienmärkte auch hier erst ab 2012 wieder an die
zweistelligen Zuwächse der vergangenen Jahre anknüpfen. In der Region
Asien-Pazifik dürfte der Branchenumsatz bis 2013 um jährlich 4,5
Prozent auf knapp 412,8 Milliarden US-Dollar zulegen, in
Lateinamerika um 5,1 Prozent auf rund 72,6 Milliarden US-Dollar.
Kein Wachstum ohne Digitalisierung
Die Verbreitung digitaler Inhalte über das Internet ist der
entscheidende Wachstumstreiber der kommenden Jahre. Allein für den
stationären und mobilen Internet-Zugang werden die Konsumenten im
Jahr 2013 rund 333,6 Milliarden US-Dollar ausgeben. Dies entspricht
etwa 20 Prozent der gesamten Endverbraucherausgaben in der Medien-
und Unterhaltungsbranche. Im Jahr 2008 lag dieser Anteil erst bei 15
Prozent.
"Für die Medien- und Unterhaltungsindustrie ist die
fortschreitende Digitalisierung angesichts der Wirtschaftskrise eine
große Herausforderung. Doch trotz sinkender Umsätze darf die Branche
Investitionen in neue Geschäftsmodelle nicht aufschieben. Wie schnell
das Internet etablierte Strukturen verändern kann, zeigt die
Entwicklung in der Musikindustrie", betont Mackenroth.
Während CDs und andere Tonträger im Jahr 2008 immerhin noch einen
Umsatz von annähernd 22 Milliarden US-Dollar brachten, dürften die
Erlöse bis 2013 auf 11,3 Milliarden US-Dollar fallen. Demgegenüber
wird der Umsatz mit Musik-Downloads zwischen 2009 und 2013 um
voraussichtlich 14,2 Prozent pro Jahr auf rund 14,8 Milliarden
US-Dollar zulegen. Der Anteil physischer Tonträger am Gesamtumsatz
sinkt damit auf 43 Prozent im Jahr 2013; 2008 lag er noch bei 74
Prozent. Es wird also auch in den kommenden Jahren nicht gelingen,
die Einbrüche auf dem physischen Musikmarkt durch digitale Musik zu
kompensieren.
Auch für die Filmindustrie gewinnt das Internet dank steigender
Übertragungsbandbreiten an Bedeutung. Zwar ist der Umsatz mit
Film-Downloads mit voraussichtlich knapp 390 Millionen US-Dollar im
laufenden Jahr noch gering, bis 2013 ist jedoch ein rasanter Anstieg
um jährlich 37,7 Prozent auf gut 1,4 Milliarden US-Dollar zu
erwarten. Die Erlöse aus dem Online-Verleih dürften zwischen 2009 und
2013 um durchschnittlich 18,2 Prozent auf gut 6,7 Milliarden
US-Dollar ansteigen. Der Umsatz aus dem Verkauf von DVDs wächst
demgegenüber nur noch leicht um 2,2 Prozent pro Jahr auf knapp 38,8
Milliarden US-Dollar, der konventionelle Verleih stagniert bis 2013
bei Erlösen von rund 17,6 Milliarden US-Dollar.
Auf dem Buchmarkt hat die digitale Revolution mit der Ankunft von
"Kindle" und anderen elektronischen Lesegeräten ebenfalls begonnen.
Von 2009 bis 2013 dürfte der Umsatz mit digitalen Büchern um
durchschnittlich 30,6 Prozent auf knapp 4,1 Milliarden US-Dollar
steigen. Die Erlöse aus dem Verkauf von gedruckten Büchern und
Hörbüchern legen hingegen kaum noch zu und erreichen in fünf Jahren
rund 114,4 Milliarden US-Dollar.
Werbemarkt in tiefem Tal
Nach dem deutlichen Einbruch der Werbeeinnahmen 2009 und einem
weiteren erwarteten Rückgang 2010 steigen die Erlöse in den kommenden
Jahren nur allmählich wieder an. Am stärksten betroffen sind
Zeitungs- und Zeitschriftenwerbung mit weltweit mehr als
15-prozentigen Erlöseinbußen in diesem und immer noch einstelligen
Rückgängen im nächsten Jahr. Auf Sicht der kommenden fünf Jahre sinkt
der Werbeumsatz aller Medien um durchschnittlich 0,5 Prozent auf rund
467,3 Milliarden US-Dollar. Positiv entwickeln sich die Einnahmen aus
Online-Werbung, die um jährlich 7,7 Prozent auf 86,7 Milliarden
US-Dollar zulegen werden. Außenwerbung, Online-Werbung und Werbung in
Videospielen sind die einzigen Werbesegmente, die in den nächsten
fünf Jahren wachsen werden.
"In einem stagnierenden Markt gewinnt die Internet-Werbung stetig
an Bedeutung. Auf das stationäre und mobile Internet werden 2013 rund
19 Prozent aller Werbeeinnahmen entfallen - 2008 waren es noch zwölf
Prozent, im Jahr 2004 erst vier Prozent. Werbefinanzierte Medien
müssen sich auf diese Entwicklung einstellen und ihre Inhalte online
verfügbar machen, oder aber alternative Erlösquellen erschließen",
kommentiert Mackenroth.
Die TV-Branche beispielsweise erzielte noch 2006 den größeren Teil
ihrer Einnahmen durch Werbung. Im Jahr 2013 jedoch wird der
Werbeumsatz mit voraussichtlich 168,4 Milliarden US-Dollar kaum über
dem Niveau von 2008 liegen, während die Erlöse aus Pay-TV, Video on
Demand und anderen Gebührenmodellen um jährlich 6,3 Prozent steigen
und 2013 gut 252,3 Milliarden US-Dollar erreichen dürften.
Zusätzliche Informationen zum "Global Entertainment and Media
Outlook: 2009-2013" finden Sie unter: www.pwc.de
Originaltext: PwC PriceWaterhouseCoopers
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/8664
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Pressekontakt:
Karim Schäfer
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Corporate Communications / Presse
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