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Dienstag, 20. April 2010


Frankfurt am Main (ots) -

- Technologieverband VDE begrüßt Aufbau der "Nationalen Plattform
Elektromobilität"
- Elektromobilität bietet großes Potential für den Standort
- Roadmap für neue E-Mobility-Standards notwendig
- Wettbewerb um Fachkräfte und Faktor Wissen verschärft sich

Deutschland wird bis 2020 im Bereich E-Mobility Innovationsführer
und internationaler Leitmarkt. Dies hat der aktuelle VDE-Trendreport
ergeben, eine Umfrage unter den 1.300 VDE-Mitgliedsunternehmen sowie
Hochschulen der Elektro- und Informationstechnik. Rund 63 Prozent der
Befragten halten das Koalitionsziel der Bundesregierung, bis 2020
Leitmarkt der Elektromobilität zu werden, für realisierbar. Der VDE
begrüßt deshalb den Aufbau der "Nationalen Plattform
Elektromobilität". Bundeskanzlerin Merkel empfängt hierzu am 3. Mai
Vertreter aus Industrie- und Wissenschaft zum Elektromobilitätsgipfel
in Berlin.

Eine große Rolle beim Ausbau der E-Mobility messen laut
VDE-Trendreport fast drei Viertel der VDE-Unternehmen und Hochschulen
der branchenübergreifenden Zusammenarbeit der Elektro- und
Automobilindustrie zu. Drei Viertel sind der Meinung, dass Verbände
und Fachgesellschaften einen wichtigen Beitrag zur
Technologieführerschaft Deutschlands leisten können. Staatliche
Fördermaßnahmen, Feldversuche und Pilotprojekte halten 89 Prozent für
nötig, damit Elektroautos eine schnelle Marktdurchdringung erreichen.
Bis zum Ende der Legislaturperiode wollen die beteiligten Ministerien
rund 2,5 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung investieren.

Elektromobilität bietet große Chancen für den Standort

Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potentiale von
E-Mobility sehen die befragten Unternehmen und Hochschulen vor allem
in der Technologieführerschaft, in der Stärkung des
Wirtschaftsstandorts, im Umweltschutz und in der Nutzung knapper
Energieressourcen. Etwa zwei Drittel der Befragten sind der Meinung,
dass die Elektromobilität in der Bevölkerung daher auf hohe Akzeptanz
trifft und ihr Ausbau einen wichtigen ökologischen Beitrag zum
Erreichen der EU-Emissionsziele leistet.

Profitieren werden vom Ausbau der Elektromobilität der Umfrage
zufolge vor allem die Technologiefelder Automobiltechnik und
Energietechnik. 87 Prozent der Befragten erwarten, dass die Elektro-
und Automobilindustrie sich stärker verzahnen werden. Die Umstellung
auf Elektroautos könnte auch zur aufkommensabhängigen Speicherung von
Windenergie beitragen: Zehn Prozent des deutschen PKW-Bestands,
ausgerüstet als Plug-in-Hybrid - eine Kombination von Verbrennungs-
und Elektromotor, die an Steckdosen anschließbar ist - könnten in
etwa so viel Energie speichern wie alle heutigen
Pumpspeicherkraftwerke zusammen.

Um die Potentiale der Elektromobilität zu nutzen, müssen nach
Meinung des VDE die Innovationskraft des Mittelstandes mobilisiert
und die Automobil-, Elektro- und Informationstechnik in einem neuen,
branchenübergreifenden Systemdenken zusammengeführt werden.
Angesichts der tragenden Rolle der Autoindustrie für die Wirtschaft
und den Arbeitsmarkt kommt es nach Auffassung des VDE nun darauf an,
das Elektroauto so schnell wie möglich ans Netz und auf die Straße zu
bringen. Zwar warnen die Experten vor überzogenen und vorschnellen
Erwartungen, für den Wirtschaftsstandort Deutschland prognostiziert
der VDE aber großes Exportpotential.

70 Prozent der Wertschöpfung bei Elektrofahrzeugen werden laut
Experten weltweit durch die Batterien und das elektrische
Antriebssystem inklusive Leistungselektronik erzielt. Zwei Drittel
der VDE-Unternehmen und der Hochschulen sehen laut VDE-Trendreport
die Forschung und Industrie in Deutschland hier besonders gut
aufgestellt. Großer Nachholbedarf besteht jedoch bei der Entwicklung
und Produktion moderner Batteriesysteme sowie bei der
IKT-Infrastruktur: 91 Prozent der Befragten sehen beim Ausbau der
Elektromobilität in der Akku-Technik und der Reichweite die größten
Herausforderungen, gefolgt von einem flächendeckenden Netz von
Ladestationen und der Ladegeschwindigkeit. Auch bei Smart Grids und
intelligentem Lademanagement wird die Technologieposition
Deutschlands noch zurückhaltend bewertet.

Roadmap für neue E-Mobility-Standards notwendig

Die Sicherheitsaspekte bei Elektroautos werden derzeit noch
unterschätzt, wie der VDE-Trendreport zeigt. Nur 22 Prozent der
Unternehmen und Hochschulen erachten Normen und Standards im Bereich
"Elektrische Sicherheit" beziehungsweise "Bordnetz für Energie" für
wichtig. Der aktuell größte Bedarf besteht der Studie zufolge bei
international einheitlichen Stecker-/Ladestandards sowie bei der
Kommunikation zwischen Fahrzeug und Energienetz. Der VDE hat bereits
einen VDE-Standard für Autoladestecker konzipiert, der alle national
unterschiedlichen Sicherheitsaspekte sowie physischen Aufbau- und
Kompatibilitätsanforderungen berücksichtigt und derzeit in der
internationalen Abstimmung ist.

Gerade im internationalen Wettbewerb mit Billiganbietern könnte
der Sicherheitsaspekt einen wichtigen Vorteil darstellen. Gemeinsam
mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie treibt der
VDE das Thema Sicherheitsnormung voran. Nach Meinung des
Technologieverbandes kommt es jetzt darauf an, die verschiedenen
nationalen und internationalen Aktivitäten zusammenzuführen sowie die
deutschen Interessen in diesem Bereich zu formulieren und
durchzusetzen. Als ersten wichtigen Schritt schlägt der VDE die
Erstellung einer "Roadmap für Standards und Normen" vor.

Wettbewerb um Fachkräfte und Faktor Wissen verschärft sich

Laut VDE-Studie wird der Trend zu E-Mobility und intelligenten
Netzen auch den Bedarf an Ingenieuren der Elektro- und
Informationstechnik weiter erhöhen. Gleichzeitig werde der
Fachkräftemangel zunehmend zum Problem. Kurzfristig muss nach Meinung
des VDE ein Schwerpunkt auf die Fortbildung gelegt werden. Das gilt
sowohl im akademischen Bereich als auch im Bereich der Elektro- und
KFZ-Fachkräfte, in dem mittelfristig eine Anpassung vorhandener oder
die Entwicklung neuer Ausbildungsgänge stattfinden könnte.

Für die Redaktion:

Der VDE-Trendreport 2010 basiert auf einer Umfrage unter den 1.300
VDE-Mitgliedsunternehmen sowie Hochschullehrern der Elektro- und
Informationstechnik. Die Studie kann für 250 Euro im InfoCenter unter
www.vde.com bestellt werden. Für VDE-Mitglieder und Journalisten ist
sie kostenlos. Mehr Infos zum VDE unter www.vde.com .

Der Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik
(VDE) ist mit 35.000 Mitgliedern (davon 1.300 Unternehmen, 8.000
Studierende, 4.000 Young Professionals) und 1.000 Mitarbeitern einer
der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Der VDE
vereint Wissenschaft, Normung und Produktprüfung unter einem Dach.
VDE-Tätigkeitsfelder sind der Technikwissenstransfer, die Forschungs-
und Nachwuchsförderung der Schlüsseltechnologien Elektrotechnik,
Elektronik und Informationstechnik und ihrer Anwendungen. Die
Sicherheit in der Elektrotechnik, die Erarbeitung anerkannter Regeln
der Technik als nationale und internationale Normen, Prüfung und
Zertifizierung von Geräten und Systemen sind weitere Schwerpunkte.
Das VDE-Zeichen, das 60 Prozent der Bundesbürger kennen, gilt als
Synonym für höchste Sicherheitsstandards. Die Technologiegebiete des
VDE: Informationstechnik, Energietechnik, Medizintechnik,
Mikroelektronik, Mikro- und Nanotechnik sowie Automation.

Originaltext: VDE Verb. der Elektrotechnik Elektronik
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/9158
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_9158.rss2

Pressekontakt:
Melanie Mora, Tel. 069 6308461, Mobil 0175 1874333,
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