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Hamburg (ots) - Expansion ins Ausland soll Wachstum sichern /
Heftige interne Kritik / Erhebliche finanzielle Belastungen
befürchtet
Hamburg, 19. November 2009 - Der größte deutsche Automobilclub
ADAC lässt sich bei seiner Expansionsstrategie ins Ausland auf eine
für den Verein heikle Kooperation mit den Automobilherstellern ein.
Wie das Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 12/2009) berichtet,
soll als erstes der chinesische Markt erobert werden. Seit kurzem hat
der ADAC in Fern¬ost einen Vorposten in Person des Projektleiters
Guntram Kleine: "Meine Hauptaufgabe ist es, hier ein Unternehmen zu
gründen und den Markt für Pannenhilfe zu erschließen." Schon 2011
will der ADAC laut 'Capital' dort der exklusive Pannendienstleister
Nummer Eins für internationale Autohersteller sein. Selbst eine
Beteiligung am Automobilclub AA China wird in der ADAC-Zentrale in
München diskutiert.
Der Präsident des ADAC Peter Meyer bestätigt gegenüber 'Capital'
die Expansionspläne ins Ausland: "Wir sind bereit, über die Grenzen
zu gehen." Für die Grenzüberschreitung sind Präsident Peter Meyer und
Holding-Chef Stefan Müller bereit, einen intern heftig umstrittenen
Pakt einzugehen. Um den Verkauf ihrer oft teuren Fahrzeuge in China
und anderswo im Ausland anzukurbeln, haben sich die Autohersteller
mit dem ADAC als exklusiven Servicepartner geeinigt, der ihre
Fahrzeuge wie im Heimatmarkt als Assistance-Anbieter betreuen soll.
Viele sehen das als Sündenfall, da der ADAC ja eigentlich im Sinne
seiner Mitglieder die Hersteller kritisch begleiten und keine engen
geschäftlichen Verbindungen pflegen soll. Für Präsident Meyer ist
dies kein Problem: "Nach China sind wir gegangen, weil die
Autohersteller dort Fuß fassen wollen. Wir wollen ihr Wegbegleiter
sein, damit sie den neuen Markt erschließen können." Die enge Bindung
an die Autoindustrie sei extrem gefährlich, warnt ein hochrangiger
ADAC-Mann: "Das ist eine Abhängigkeit, die dem Verein das Genick
brechen kann." Der ADAC verkaufe sich damit an die Industrie.
Hauptgrund für die Expansion ins Ausland sind die erkennbaren
Grenzen beim Umsatz- und Mitgliederwachstum. Mitte dieses Jahrzehnts
werde der Club die maximal mögliche Mitgliederzahl von rund 20
Millionen erreicht haben, prognostiziert ein Mitglied aus dem
ADAC-Führungskreis. Für viele Interne ist die Expansion ins Ausland
ein Wagnis mit hohem Risiko. "Die Auslandsideen sind fatal, da
versenken wir Millionen", heißt es aus einem der 18 Regionalclubs.
"Das ist ein Hirngespinst."
Originaltext: Capital, G+J Wirtschaftsmedien
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Pressekontakt:
Joachim Haack, Sprecher G+J Wirtschaftsmedien,
Tel. 040/39 92 72-0, E-Mail:
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