ots: Dresdner-Cetelem Kreditbank GmbH / Bio und Fairtrade - die Ära des ...
Donnerstag, 15. April 2010


München (ots) -
Grüner Konsum und fair gehandelte Produkte stehen bei europäischen
Verbrauchern hoch im Kurs. Laut der aktuellen Studie Europa
Konsumbarometer 2010 der Dresdner-Cetelem Kreditbank hat die
Wirtschaftskrise den europäischen Konsumenten nachhaltig verändert:
Neben der Rückbesinnung auf Preis und Qualität spielen ökologische
Aspekte sowie faire Produktionsbedingungen eine zunehmend wichtige
Rolle bei Kaufentscheidungen.

Für das Europa Konsumbarometer 2010 wurden 7.900 Europäer in zwölf
Ländern zu ihrem Kaufverhalten befragt. Dieses hat sich durch die
Krise nachhaltig verändert. "Der verantwortungsvolle, vorausschauend
denkende Verbraucher von heute möchte keinesfalls eine weitere
weltweite Krise riskieren. Er achtet auf Umweltschutzkriterien,
gesunde Erzeugnisse sowie einen gerechten Lohn", schlußfolgert Dr.
Anja Welsch, Bereichsleitung Sales Support & Marketing der
Dresdner-Cetelem Kreditbank. Ist der Aufwand gering, fällt ökologisch
motivierter Konsum leicht und ist schon obligatorisch. So geben rund
zwei Drittel aller befragten Europäer an, bewusst Recyclingpapier zu
verwenden. 40 Prozent betreiben bereits aktiven Umweltschutz im
eigenen Heim und mehr als jeder dritte Europäer hat schon öfters ins
Bioregal gegriffen. Dabei symbolisiert das Bio-Label die
Rückbesinnung auf eine gesündere Ernährung und eine
umweltfreundlichere Landwirtschaft. Jedoch warnt Professor Dr. Andrea
Gröppel-Klein vom Institut für Konsum- und Verhaltensforschung an der
Universität des Saarlandes vor einer exzessiven Nutzung des Begriffs:
"Je mehr Produkte das Attribut 'Bio' im Namen tragen, desto mehr
hinterfragt der Konsument, wie gerechtfertigt diese Auszeichnung im
Einzelfall ist. Dann besteht die Gefahr, dass Bioprodukte neben der
Exklusivität auch ihren Status als Qualitätsgaranten einbüßen".

Geht es um Komfortverzicht oder größere Investitionen zugunsten
der Umwelt, lässt die Begeisterung der Konsumenten nach. Nur knapp
jeder dritte europäische Befragte gibt an, schon einmal aus
ökologischen Aspekten den Zug genommen zu haben, anstatt mit Auto
oder Flugzeug zum Ziel zu gelangen.

Fairtrade-Produkte: Nachholbedarf in der Vermarktung

Fairer Handel verzeichnet in Europa seit einigen Jahren deutliche
Zuwachsraten. Der Befragung zufolge greifen allerdings bislang nur 44
Prozent der Europäer gelegentlich zu Waren aus fairem Handel. Als
Hauptgründe gegen den Kauf nennen die Verbraucher zu hohe Preise (69
Prozent) sowie ein unzureichendes Angebot im "Non-Food-Bereich" (64
Prozent). Mehr als jeder dritte Befragte empfindet Fairtrade
lediglich als ein weiteres Marketinginstrument. Allein in
Großbritannien spielen gerechte Produktionsbedingungen eine große
Rolle: Dort kaufen 28 Prozent der Verbraucher häufig
Fairtrade-Produkte. Der faire Handel wird erst dann weitere
Marktanteile gewinnen, wenn der Verbraucher intensiver informiert,
die Glaubwürdigkeit gestärkt und die Attraktivität der Produkte
gesteigert wird.

Bioprodukte gefragter als fair gehandelte Produkte

Im Gegensatz zu Bioprodukten fehlt im Fairtrade Segment der Anreiz
des persönlichen Vorteils. Der Kauf von fair gehandelten Gütern hilft
den kleinbäuerlichen Erzeugern. Bioware hingegen kommt nicht nur der
Umwelt zugute, sondern auch der eigenen Gesundheit. So nehmen
Verbraucher bei Biowaren höhere Preise in Kauf, während sie sich dies
bei Fairtrade-Erzeugnissen nicht gefallen lassen.

Originaltext: Dresdner-Cetelem Kreditbank GmbH
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