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Hannover (ots) - Volkswirtschaftlicher Schaden durch Produkt- und
Markenpiraterie beträgt allein in Deutschland rund 30 Milliarden Euro
jährlich - und bedeutet die Vernichtung von geschätzt 70 000
Arbeitsplätzen
Produktpiraterie macht vor keiner Branche Halt. Sie hat
erschreckende Ausmaße angenommen. Inzwischen sind viele Branchen von
Plagiaten und Fälschungen betroffen. Die Verletzung geistiger
Eigentumsrechte bringt zunehmend kleine und mittlere Unternehmen in
schwierige Situationen - vor allem, wenn deren Geschäft von einem
einzigen Produkt abhängig ist. Der wirtschaftliche Schaden, der
allein den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern im Jahre 2007 durch
Produktpiraterie entstanden ist, beträgt laut einer Studie des
Branchenverbandes Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.
(VDMA) etwa sieben Milliarden Euro.
Zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben an, von dem Thema
betroffen zu sein. In 60 Prozent der Fälle seien sogar komplette
Maschinen nachgebaut worden. Wenn ein Produkt zudem fehlerhaft ist
und dadurch Schaden anrichtet oder eine Maschine nicht funktioniert,
kann auch ein Produkthaftungs-Prozess auf den Hersteller zukommen. So
lange er nicht beweisen kann, dass es sich ohne sein Verschulden um
ein Plagiat handelt.
Plagiate und Kopien verursachen weltweit 184 Milliarden Euro
Schaden
Weltweit wird der durch Produktpiraterie entstandene
wirtschaftliche Schaden in einer aktuellen OECD-Studie (November
2009) auf rund 184 Milliarden Euro taxiert. Juristische Regelungen
wie Patente und Copyrights genügen nicht. Jede Firma ist zunächst
selbst dafür zuständig, ihre Produkte, Entwicklungen und Ideen zu
schützen.
Produktschutz im Zentrum von Identification, Vision & Protection
Der Ausstellungsschwerpunkt Identification, Vision & Protection
präsentiert auf der HANNOVER MESSE 2010 zum Produktschutz umfassende
Lösungen. Der Schwerpunkt positioniert sich im direkten Umfeld zu
Produktionslogistik, Robotik, Maschinen- und Anlagenbau und
Automatisierung. So entstehen Synergien. Durch die Einbindung in die
Leitmesse Industrial Automation profitiert der Schwerpunkt zudem von
Besuchern aus diesem Zweig der Industrie.
Im Fokus steht dabei der Gemeinschaftsstand Produktschutz (Halle
17, Stand C 14 bis D17). Hier zeigen Hersteller Lösungen, die sich
bereits auf dem Markt bewährt haben. Darüber hinaus stellt das
Bundesministerium für Bildung und Forschung Ergebnisse der
Forschungsoffensive "Innovationen gegen Produktpiraterie" vor. Sie
ist in Zusammenarbeit mit 70 Partnern entstanden und besteht aus zehn
Teilprojekten. Insbesondere die Vorbeugung gegen Produktpiraterie im
Maschinen- und Anlagenbau treibt die Initiative voran.
"Nur bei Herstellern, die sich absichern, bleibt jeder Euro, den
sie durch ihre Produkte erwirtschaften, auch in der Firma"
"Produktschutz ist ein internationales Problem und deshalb besonders
gut auf der HANNOVER MESSE platziert", sagt Rainer Glatz,
Geschäftsführer der Fachverbände Software und Elektrische Automation
sowie der neuen Arbeitsgemeinschaft Produkt- und Know-how-Schutz im
VDMA. "Die Nachfrage nach technologischen Lösungen gegen
Produktpiraterie steigt. So sind Unternehmen aus dem
Automationsbereich sehr daran interessiert, einerseits ihre eigenen
Produkte zu sichern, anderseits auch selber spezifische Lösungen für
ihre Kunden anzubieten. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
müssen sich Unternehmen jeden Umsatz-Euro sichern." Damit gewinne der
Schutz der Produkte eine noch stärkere wirtschaftliche Bedeutung.
Hätten sich die Hersteller jedoch abgesichert, bliebe jeder Euro, den
sie durch ihre Produkte erwirtschaften, auch in der Firma.
Weltneuheit mit Schutzschild gegen Produktpiraten
Wie umfassender Schutz aussehen kann, zeigt ein weltweit erster
Werkzeugmaschinen-Prototyp, den das Forschungsprojekt ProOriginal
ausstellt. In diesem Versuchsobjekt werden die Komponenten nicht nur
durch Einzelmaßnahmen geschützt, sondern zusätzlich auf Echtheit
geprüft. Das geschieht, indem auf die Maschinensteuerung
zurückgegriffen wird. Der neuartige Ansatz des
Demonstrations-Objektes ist, die aktuelle Maschinenkonfiguration zu
ermitteln und mit dem Originalzustand zu vergleichen. Abweichungen
werden automatisch protokolliert und visualisiert. Das Exponat
vereint verschiedene Schutztechniken und schafft einen Schutzschild
gegen Produktpiraten für die Gesamtmaschine.
Joint Venture bietet IT-Dienst zur ganzheitlichen Überprüfung
Einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt auch der Zusammenschluss der
Unternehmen SAP, Nokia und Giesecke & Devrient zu dem
Gemeinschaftsunternehmen Original1 GmbH. Es präsentiert sein Projekt
in der Halle 17, Stand D15/2. "Das Thema Produktschutz ist für unser
Unternehmen von größter Wichtigkeit", sagt Susanne Schmitt, Leiterin
des Marketings der Original1 GmbH, Frankfurt. "Der Deutsche
Industrie- und Handelskammertag schätzt den volkswirtschaftlichen
Schaden durch Produkt- und Markenpiraterie allein in Deutschland auf
30 Milliarden Euro jährlich. Dazu kommen die Gefährdung oder
Vernichtung von geschätzt 70 000 Arbeitsplätzen in Deutschland in den
vergangenen Jahren." Der IT-Dienst von Original1 biete eine einfache
mobile Lösung, die in Echtzeit eine Produkt-Überprüfung zu jeder Zeit
und an jedem Ort erlaube.
Zentrale Datenbank speichert Informationen und erleichtert
Produktverfolgung
Der Hersteller stattet seine Produkte mit Bar-Codes oder
elektronischen Etiketten aus und versieht diese sowohl mit einer
eindeutigen Identifizierungsnummer jedes Produktes als auch mit
zusätzlichen Produktinformationen. Diese Informationen werden in der
zentralen Datenbank von Original1 verschlüsselt vorgehalten. Ab
diesem Punkt ist das Produkt registriert und kann jederzeit
nachverfolgt werden. Einsetzbar ist dieser Dienst laut Anbieter in
vielen Branchen wie in der Elektronik, Automobil-Branche, im
Maschinenbau sowie in der Pharma- und Chemie-Industrie. Chemisches
Markierungs-System unverwüstlich "Auf der HANNOVER MESSE 2010 werden
Technologien zu sehen sein, die die Industrie enorm sucht", sagt
Roland Tessari, Vertriebsleiter der Polysecure GmbH aus Freiburg, die
in Halle 17 auf dem Stand D25 ausstellt. So werde sein Unternehmen
Lösungen präsentieren, die aus der Praxis heraus entwickelt worden
seien und somit universell in den meisten Bereichen eingesetzt werden
könnten. Polysecure bietet ein eigenes chemisches Markierungs-System
an, das medizinische und andere Produkte gegenüber Kopien und für die
Qualitätssicherung identifizieren kann. Einzigartig ist die
Möglichkeit, einen vom Anwender vorgegebenen Zahlencode in chemischer
Form verschlüsseln und diesen mit geringem Aufwand wieder auslesen zu
können. Das System ist physikalisch sehr stabil. "Wir können sogar
Daten aus Schmelzen auslesen", sagt Tessari.
Infotag "Prävention gegen Produktpiraterie" mit Beispielen aus der
Praxis
Das Thema wird vom Infotag "Produktschutz - Prävention gegen
Produktpiraterie" am 20. April abgerundet. Zwei Projekte stellen ihre
Arbeit im Detail vor, ebenso wie zwei Anbieter, die aus der Praxis
berichten. Anwender und Hersteller haben die Chance, Informationen
einzuholen und sie mit ihren Anforderungen im Produktionsprozess
abzugleichen.
Über die HANNOVER MESSE
Das weltweit bedeutendste Technologieereignis wird vom 19. bis 23.
April 2010 in Hannover ausgerichtet. Die HANNOVER MESSE 2010 vereint
neun Leitmessen an einem Ort: Industrial Automation, Energy, Power
Plant Technology, MobiliTec, Digital Factory, Industrial Supply,
CoilTechnica, MicroNanoTec sowie Research & Technology. Die zentralen
Themen der HANNOVER MESSE 2010 sind Industrieautomation,
Energie¬technologien, industrielle Zulieferung und Dienstleistungen
sowie Zukunftstechnologien. Italien ist das Partnerland der HANNOVER
MESSE 2010.
Originaltext: Deutsche Messe AG Hannover
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/13314
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