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München (ots) - Deloitte-Global Economic Outlook sieht
Bodenbildung, doch langfristige Auswirkungen der Krise sind immer
noch schwer abzuschätzen
Die Weltwirtschaftslage ist düster, aber die Aussichten geben
zumindest laut dem aktuellen Global Economic Outlook von Deloitte
Grund zur leisen Hoffnung. Von den aufstrebenden Wirtschaftsmächten
in Asien kann derzeit besonders das Reich der Mitte punkten. Auch in
Westeuropa deuten - trotz Einbruchs der deutschen Exportwirtschaft -
einige Indizien auf eine positive Entwicklung. Ähnliches gilt für die
USA, wo das Verbraucherverhalten eine sehr wichtige Rolle spielt.
Insgesamt hat sich die Lage an den Kapitalmärkten jedoch noch nicht
entspannt - das Risiko, dass die extreme Zurückhaltung der Banken bei
Unternehmenskrediten die Erholung torpediert, ist hoch. Zudem könnten
je nach Region Inflationsängste für neue Probleme sorgen.
"In den weltweiten Schlüsselmärkten mehren sich die Zeichen für
eine Erholung. Fraglich ist nur: Wie wird sie verlaufen und was wird
anders sein als vor der Krise? Werden wir mit ernsthaften
Inflationsproblemen zu kämpfen haben? Wie wird sich die Abhängigkeit
von China und den USA gestalten? Wie nachhaltig ist die positive
Rohstoffpreisentwicklung? Vieles davon lässt sich derzeit nur
spekulativ beantworten, für manches gibt es hingegen klare Hinweise",
so Elisabeth Denison, Leiterin Research Deutschland bei Deloitte.
Euro-Zone: steigende Arbeitslosigkeit gefährdet Erholung In der
Eurozone hat sich der Abschwung verlangsamt, Konjunkturpakete zeigen
erste Wirkungen. Doch während sich Exportmärkte langsam
stabilisieren, schwächelt der Binnenkonsum aufgrund steigender
Jobangst. Die Krise hat Deutschland besonders hart getroffen, aber
auch hier reflektieren Stimmungsindikatoren langsam steigende
Zuversicht. Eine Inflation ist zurzeit nicht zu befürchten.
Problematisch ist aber weiterhin die Situation vieler europäischer
Banken, die zum Teil sehr eng mit den Wirtschaften Osteuropas
verknüpft sind.
Osteuropa am Tiefpunkt?
Die Abhängigkeit von ausländischem Kapital gehört zu den
maßgeblichen Gründen für die aktuellen Probleme Osteuropas. Besonders
die baltischen Staaten und Ungarn leiden unter der Krise, Polen, die
Slowakei und Slowenien hingegen halten sich vergleichsweise gut. Die
betroffenen Länder müssen erhebliche Summen zur Stabilisierung der
Staatshaushalte aufwenden, zudem verlangt die Rekapitalisierung der
Banken enorme Mittel. Das BIP der gesamten Region wird bis Ende des
Jahres um etwa drei Prozent sinken. In 2010 könnte jedoch bereits
eine Erholung eintreten.
USA: Konsumentenverhalten entscheidet
In den USA machen sich die staatlichen Konjunkturspritzen in der
Realwirtschaft positiv bemerkbar, doch die resultierenden
Markterwartungen könnten die Zinssätze für US-Staatsanleihen
langfristig in die Höhe treiben. Auch die Chinesen halten sich hier
bereits spürbar mit Investitionen zurück. Entscheidend wird das
Konsumverhalten der US-Verbraucher sein - und hier sind die Zeichen
günstig. Damit steigt ebenfalls die Gefahr, von einer Deflation in
eine massive Inflation zu rutschen.
China im Aufwind, Indien hat Probleme
Selbst in der Krise bleibt China die am schnellsten wachsende
Volkswirtschaft - aber es steht ein Wechsel an: Künftig muss das
Gewicht vom Export verstärkt auf den Binnenraum verlagert werden.
Zurzeit herrschen in China deflationäre Tendenzen, doch die massiven
Staatsinterventionen deuten auf einen Umschwung zu Inflation. Ein
Risiko stellt die Bevorzugung von Staatsunternehmen dar, die den
Wandel zu einer Marktwirtschaft verlangsamt. Auch in Indien sind nach
den Wahlen die Chancen für eine erfolgreiche Krisenpolitik gestiegen.
Die aktuellen Probleme reichen von sinkenden Exporten über stark
inflationäre Verbraucherpreise bis hin zu leeren Staatskassen, die
Indiens Kreditwürdigkeit gefährden.
"Ob die massiven Staatsinterventionen weltweit für
Investitionsschübe sorgen, bleibt abzuwarten, denn auf der anderen
Seite klagen Unternehmen vielerorts trotz des verfügbaren Geldes über
mangelnde Kreditversorgung. Ein stärkerer nationaler Fokus der Banken
und eventuelle Lenkungsmaßnahmen seitens der Behörden könnten den
Kreditfluss an den privaten Sektor anregen. Insbesondere in
Deutschland zeigt sich, dass bezogen auf die Größe der
Volkswirtschaft sicherlich eine weitere international tätige deutsche
Großbank fehlt. Die Rückbesinnung vieler globaler Banken auf ihre
Heimatmärkte führt hier gegebenenfalls zu potenziellen
Versorgungslücken insbesondere beim exportorientierten Mittelstand",
ergänzt Edgar Klein, Partner Consulting Financial Service bei
Deloitte.
Den kompletten Report finden Sie unter
http://www.deloitte.com/dtt/article/0,1002,cid%253D269915,00.html zum
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Ende
Über Deloitte
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