ots: Christliche Initiative Romero / Gegen Ausbeutung - mit Produkten aus ...
Montag, 7. Dezember 2009


Berlin / Münster (ots) - Das pauschale Verbot von Kinderarbeit
beendet die Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen nicht - ein
gerechter Handel mit Waren aus Kinderhand wäre dagegen ein sinnvoller
Schritt: Den Welttag der arbeitenden Kinder am Mittwoch, 9. Dezember,
nehmen die Christliche Initiative Romero (CIR) und der Verein zur
Unterstützung arbeitender Kinder und Jugendlicher (ProNATs) zum
Anlass, für eine neue, differenzierte Sicht auf die Arbeit von
Kindern zu werben. Die Forderung der beiden entwicklungspolitischen
Organisationen: Einrichtungen des Fairen Handels in Deutschland
sollen Erzeugnisse aus Kinderhand vertreiben - und damit arbeitenden
Kindern und Jugendlichen in Ländern des Südens zu einer Existenz in
Würde verhelfen.

"Ein Verbot und vehemente Erklärungen gegen die Kinderarbeit
beruhigen zwar das Gewissen der Wohlhabenden dieser Welt. Vielen
arbeitenden Kindern schaden sie allerdings", erklärt Johanna Fincke
von der Christlichen Initiative Romero. "Durch die internationale
Ächtung der Kinderarbeit werden die kleinen ArbeiterInnen in die
Illegalität gezwungen. Sie werden noch leichter ausbeutbar gemacht.
Gemeinsam mit den arbeitenden Kindern und Jugendlichen fordern wir
stattdessen kindgerechte, menschenwürdige Arbeitsbedingungen sowie
eine Vereinbarkeit von Schule und Arbeit. Der Faire Handel in
Deutschland sollte hierbei eine Vorreiterrolle einnehmen, indem er
die Kinder darin unterstützt."

"Dass Kinder für sich ein Recht zu arbeiten fordern, verdient mehr
Aufmerksamkeit und Anerkennung", stellt Prof. Dr. Manfred Liebel von
ProNATs klar. Für den Soziologen Liebel, Mitbegründer und
wissenschaftlicher Leiter des "European Network of Masters in
Children's Rights", steht außer Frage: "Der belastete Begriff
,Kinderarbeit' vernebelt uns die Hirne. Der Kauf fair gehandelter
Produkte aus Kinderhand ist ganz klar als Beitrag zur Stärkung
arbeitender Kinder zu sehen."

Kooperativen bieten arbeitenden Kindern in den Ländern des Südens
einen Rahmen, in dem sie ohne Ausbeutung, selbstbestimmt und sicher
arbeiten - und zur Schule gehen können. Solche Kinderkooperativen, in
denen Kinder weitgehend selbst über ihre Arbeitsbedingungen
entscheiden, gibt es bereits in Peru, Kolumbien, Benin, Burkina Faso,
der Elfenbeinküste, Kenia, Indien und anderen Ländern. Für ihre
vielfältigen Produkte suchen sie AbnehmerInnen, die einen fairen
Preis zahlen. In Italien, Luxemburg und Spanien nehmen Akteure des
Fairen Handels diese Gelegenheit, arbeitende Kinder zu unterstützen,
bereits wahr. "Der Faire Handel ist hierfür geradezu prädestiniert.
Ein Markenzeichen des gerechten Handels hierzulande aber ist aber
bislang ein Verkaufssortiment ,garantiert ohne Kinderarbeit'",
kritisiert Thomas Krämer-Broscheit, CIR-Geschäftsführer. "Hier
besteht seitens des Fairen Handels in Deutschland Handlungsbedarf, um
den arbeitenden Kindern und Jugendlichen eine würdige Perspektive zu
bieten", fordert er. Die Christliche Initiative Romero selbst
verkauft seit 2007 fair gehandelte Weihnachtskarten aus
Kinderkooperativen, um symbolisch für einen neuen Umgang mit dem
Thema zu werben.

Der Welttag der arbeitenden Kinder wurde 2006 auf Initiative
arbeitender Kinder und Jugendlicher etabliert. Sie nutzen seither
diesen Tag, um auf ihr Anliegen hinzuweisen.

Originaltext: Christliche Initiative Romero
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/58468
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_58468.rss2

Pressekontakt:
André Hagel
Christliche Initiative Romero
Frauenstr. 3-7, D-48143 Münster
Germany / Alemania
T: ++49-(0)251-89 503, F: ++49-(0)251-82 541
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können , www.ci-romero.de

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