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Hamburg (ots) - Die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise beschert
Deutschland eine Phase sprunghafter Staatsverschuldung, so das
Ergebnis der heute vorgestellten Studie "Strategie 2030 -
Staatsverschuldung", die gemeinsam von der Berenberg Bank und dem
Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut HWWI erarbeitet wurde.
Die historische Entwicklung der deutschen Staatsschulden weist
zwei prägende Phasen auf, in denen sich der Schuldenstand drastisch
erhöht hat: Phase 1 fiel in die 70er-Jahre, als der deutsche
Wohlfahrtsstaat auf- bzw. ausgebaut wurde. In Phase 2 wurde die
deutsche Wiedervereinigung finanziert. Die Bewältigung der aktuellen
Wirtschafts- und Finanzkrise wird den deutschen Staatsschulden einen
dritten Schub geben: Die Große Koalition hat Staatshilfen für ganze
Branchen bis hin zur Abwrackprämie für einzelne Autos bewilligt. "Mit
einer Flucht in die Staatsschulden sollen die Folgen der schwersten
Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit abgefedert werden", sagt
HWWI-Direktor Prof. Dr. Thomas Straubhaar. Die deutschen
Staatsschulden werden damit 1,8 Billionen Euro erreichen und von 66 %
des Bruttoinlandsproduktes (BIP) 2008 auf 80 % im Jahr 2010 steigen.
Zum Vergleich: Schulden-Weltmeister Japan liegt bei 200 %, die USA
gehen auf 100 % zu, allerdings ist dank niedriger Steuer- und
Abgabenlast dort das Potential zur Einnahmensteigerung groß.
"Neben diesen 'offiziellen' Zahlen gibt es in fast allen
Industrienationen verdeckte bzw. implizite Schulden" so Dr. Jörn
Quitzau, Volkswirt der Berenberg Bank. Bei deren Ermittlung wird
berechnet, welcher Teil von Leistungsversprechen und Verpflichtungen
nicht durch entsprechende künftige Einnahmen gedeckt sind. "Auch wenn
der Konsolidierungsbedarf der Staaten deshalb noch höher ist, als die
offiziellen Zahlen suggerieren, ist die Sorge vor kurzfristigen
Staatsbankrotten großer Industrienationen überzogen." Dennoch:
Vertrauen ist ein Grundpfleiler für die Finanzierung von
Staatsdefiziten. "Die Politik muss klarmachen, dass sie bereit ist,
die Staatsverschuldung konsequent zurückzuführen", fordert Quitzau.
Die Staatsfinanzen sind zum Streitthema des Bundestagswahlkampfs
geworden, konstatiert auch Straubhaar: "Die einen wollen Steuern
erhöhen, um die Schulden einzufangen; die anderen wollen die Steuern
senken, um die Konjunktur anzukurbeln." Beides ist schwierig. Eines
steht jedoch fest: Es wird kein Weg daran vorbeiführen, die
Staatsausgaben von ihren Höchstständen herunterzuholen. "Der Staat
wird sich als Nothelfer zurückziehen müssen - lieber früher als
später." Langfristig wird es nicht ohne eine ganz grundlegende
Steuerreform gehen, fordert Straubhaar. "Sie wird zu deutlich mehr
Steuereinnahmen, einem weiteren Abbau von Subventionen und wesentlich
weniger Staatsausgaben führen müssen."
Folgen für die Kapitalmärkte
Wenngleich die Angst vor einer liquiditätsgetriebenen Inflation
kurzfristig übertrieben ist, so kann der Liquiditätsüberhang bei
Anspringen der Konjunktur zu stärkerem Preisdruck führen - "Wir
rechnen spätestens 2011 damit", so Berenberg-Volkswirt Quitzau. Im
Rahmen breit diversifizierter Portfolios sind folgende
Sicherungsstrategien für Kapitalanleger ratsam:
- TIPS (Inflationsgeschützte Anleihen) eignen sich aufgrund des
Substanzerhalts vor allem für Vermögensanlagen und
Altersvorsorge
- Kürzer laufende Floater
- Unternehmensanleihen (mit Abstrichen)
- Unternehmen in regulierten Sektoren (wie Energie,
Telekommunikation)
- Unternehmen mit Bindungen an Realvermögen (Rohstoffe)
- Unternehmen in moderater Schuldnerposition
- Direktinvestments in Rohstoffe wie Gold, Silber, Platin, Öl
- Immobilien - in Deutschland liegen die Immobilienrenditen
deutlich über dem Anstieg der Verbraucherpreise
- Farmland und Forstinvestments
Originaltext: Berenberg Bank
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«Ohne eine Lösung der Bankenprobleme führt kein Weg aus der
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zu Quartal entscheiden. «Es geht jetzt nicht darum, schon einen
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