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AIG Manager Bonis im Blickpunkt |
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Freitag, 3. April 2009 |
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AIG Boni im Schussfeld der Politik
Eigentlich hat es der Chef der amerikanischen Notenbank, Ben Bernanke, bereits Anfang März in einer Rede vor dem Senat auf den Punkt gebracht. Er zeigte unverhohlen seine Wut auf die Verantwortungslosigkeit der Manager des Versicherungskonzerns. Dennoch setzte man die Fortführung der staatlichen Hilfen für den wirtschaftlich angeschlagenen Konzern nicht aus. Zu groß wäre der Schaden gewesen, den man weltweit im ohnehin kämpfenden Finanzgefüge anrichten würde, ließe man AIG wissentlich in Konkurs gehen.
Doch anstatt die Verantwortung für die Misswirtschaft und die verfehlten riskanten Spekulationen zu übernehmen und auf die gigantischen Bonuszahlungen zu verzichten, blickten die Manager hoch erhobenen Hauptes auf die mahnenden Finger der Öffentlichkeit und der Politik und ließen sich auszahlen. Immerhin flossen 165 Millionen Dollar in die Taschen von insgesamt etwa vierhundert AIG Manager und Mitarbeiter der oberen Ebenen.
Von einem Gewissen bei den Empfängern kann man angesichts der 200 Milliarden an staatlichen Hilfen, die das marode Unternehmen zur Stabilisierung vom Staat bekommen hatte, auf keinen Fall reden. Es mag sicher sein, dass der Anteil der Bonuszahlungen im Vergleich zu der Summe, die zur Erhaltung vom Staat gesponsert wurde, nur einen Tropfen auf den heißen Stein ausmacht. Dennoch hätte man mit den 165 Millionen anderen Unternehmen in der Zeit einer weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise sichernd unter die Arme greifen können.
Nicht nur in den USA war die Empörung über das rigide Vorgehen der AIG Manager groß. Kritik hagelte es von überall her, doch die mit großzügigen Bonuszahlungen bedachten Manager interessierte das nicht. Also mussten andere Maßnahmen her, mit denen man sie zu einem Einlenken zwingen konnte. Dabei ist der US Regierung ein fast schon genial zu nennender politischer Schachzug gelungen. Man musste nicht einmal seinen aus den achtzig Prozent gehaltenen Anteilen am Unternehmen geltend machen, sondern entschloss sich dazu, die Bonuszahlungen mit einer besonderen Steuer zu belegen und die kassierten Gelder auf diese Weise wieder in die stark belastete Haushaltskasse des Staates zurück zu holen.
Der 19. März 2009 wird den betroffenen Managern sicher noch eine Weile in Erinnerung bleiben, denn nicht wenige von ihnen dürften beim Anschauen der Nachrichten einen kleinen Schock erlitten haben. Das amerikanische Parlament stimmte mit überwältigender Mehrheit einem Gesetz zu, nach dem sich der Staat von den Bonuszahlungen einen neunzig Prozent umfassenden Steueranteil holen darf.
Zeitgleich appellierte der amerikanische Präsident Barack Obama noch einmal an das Gewissen der AIG Manager und brachte seine Missbilligung deren Verhaltens öffentlich zum Ausdruck und brachte in Erinnerung, dass moralische Grundsätze in der Geschichte der Vereinigten Staaten schon immer eine große Rolle gespielt hätten.
Es ist egal, ob es die harsche Kritik des Präsidenten oder der Beschluss der Besteuerung der Bonuszahlungen war, einzig wichtig ist, dass sich bereits mehr als zwei Dutzend der gut bedachten Manager zu einer freiwilligen Rückzahlung der Boni entschlossen haben. Es bleibt zu hoffen, dass von ihnen eine Vorbildwirkung für die anderen Mitarbeiter des AIG Konzerns ausgeht und sie sich ebenfalls bereit erklären, die Bonuszahlungen in vollem Umfang an das Unternehmen zurück zu geben, um nicht am Ende als die Bösen dazustehen, die der Staat über Rechtsmittel dazu zwingen musste.
Fakt ist, dass die Reputation des Unternehmens dadurch sehr stark gelitten hat und dass der Markt derartige Vorgänge in dem meisten Fällen übel nimmt. Auch bleibt zu hoffen, dass es in der Besetzung der Managementetage die entsprechenden Konsequenzen gibt, mit denen man Geschäftspartnern und Kunden zeigt, dass man aus den Vorgängen gelernt hat. Das ist insbesondere notwendig, weil der Konzern AIG inzwischen erneut im Zusammenhang mit dem englischen Immobilienbesitzer Canary Wharf in die Schlagzeilen geraten ist.
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