|
Freitag, 23. April 2010 |
|
Karlsruhe/Dortmund (ddp-nrw). Der Prozess gegen zwei wegen
illegaler Rüstungslieferungen verurteilte ehemalige Geschäftsführer
eines Unternehmens aus Nordrhein-Westfalen muss neu aufgerollt
werden. Das hat der Bundesgerichtshof in einem am Freitag
veröffentlichten Beschluss entschieden. Die jeweils zu mehrjährigen
Haftstrafen verurteilten Angeklagten können dabei auf mildere Strafen
oder sogar auf einen Freispruch hoffen.
Das Landgericht Dortmund hatte sie im Juni 2008 der illegalen
Lieferung von Hydraulikzylindern für die Herstellung von
Raketenabschussrampen in Indien für schuldig befunden. Die 64 und 55
Jahre alten Angeklagten erhielten wegen Verstoßes gegen das
Außenwirtschaftsgesetz Haftstrafen von drei Jahren und zehn Monaten
beziehungsweise zwei Jahren und vier Monaten. Sie hätten die
Hydraulikzylinder ohne die notwendigen Genehmigungen nach Indien
geliefert, obwohl sie wussten, dass sie für den Bau mobiler
Abschussrampen für die - möglicherweise atomwaffenfähigen - indischen
Mittel- und Kurzstreckenraketen eingesetzt würden.
Die Angeklagten betonten, sie seien davon ausgegangen, dass die
Hydraulikzylinder für einen zivilen Einsatz genutzt werden. Das
Unternehmen aus Holzwickede (Kreis Unna) belieferte von 1997 bis 2000
in fünf Fällen Beschaffungsstellen des indischen
Verteidigungsministeriums mit den Hydraulikzylindern.
Der BGH stellte nun auf die Revisionen der Angeklagten das
Verfahren in zwei von fünf Fällen ein, weil diese Taten infolge einer
Änderung des Außenwirtschaftsgesetzes verjährt seien. Hinsichtlich
der drei weiteren Taten hob der BGH das Urteil wegen eines
Verfahrensfehlers auf und verwies die Sache zur Neuverhandlung an das
Landgericht zurück. Dabei werde «nochmals näher zu prüfen sein, ob
die gelieferten Zylinder tatsächlich als Rüstungsgüter» im Sinne der
Ausfuhrliste zum Außenwirtschaftsgesetz einzustufen seien.
(ddp)
Verwandte Themengebiete und Nachrichten: Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Sebastian Edathy
(SPD), hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) aufgefordert,
einen Stopp der Abschiebung von Flüchtlingen nach Griechenland zu
prüfen.
... Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat rasche Reaktionen auf
das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum EU-Vertrag von Lissabon
gefordert. Die von den Karlsruher Richtern verlangte Stärkung der
Beteiligungsrechte von Bundestag und Bundesrat ... Der Bundesgerichtshof wird erst am 9. März darüber entscheiden, ob ein ausländisches Brokerunternehmen wegen sittenwidrigem Handeln eines in Deutschland tätigen Vermittlers von Termingeschäften haftbar gemacht werden kann. Den Urteilstermin teilte ... Nach Auffassung des Hamburger Arbeitsgerichts werden Bewerber mit
lückenhaften Deutschkenntnissen für eine Stelle als Zusteller bei
der Deutschen Post diskriminiert.
... Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat die Drogerie-Kette
Rossmann vom Vorwurf des illegalen Preisdumpings freigesprochen. Das
Gericht hob am Donnerstag ein vom Bundeskartellamt verhängtes
Bußgeld gegen Firmeninhaber Dirk Rossmann in Höhe ... Telekommunikationsbetreiber sind zur Einrichtung von Anlagen zur
Vorratsdatenspeicherung verpflichtet. Das Oberverwaltungsgericht
(OVG) Berlin-Brandenburg gab in vier von fünf Fällen Beschwerden der
Bundesnetzagentur statt und hob damit gegenteilige Entscheidungen
der Vorinstanz ...
|