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München (ots) -
- Strompreiserhöhung: Viele Verbraucher wollen Konditionen der
Anbieter vergleichen
- Zahlreiche Ökostrom-Tarife sind günstiger als die besten Angebote
des örtlichen Grundversorgers
- Unklare Regeln für Ökostrom erschweren Kunden die Wahl
- Verbraucherportal FinanceScout24 sagt, worauf man beim Wechsel zu
"grünem" Strom achten muss
Die von zahlreichen Versorgern zum Jahreswechsel angekündigten
Strompreiserhöhungen führen bei den Verbrauchern dazu, dass diese
intensiv nach günstigeren Tarifen Ausschau halten. Dies ist das
Ergebnis der aktuellen Trendbefragung des Verbraucher- und
Finanzportals FinanceScout24. Auf die Frage "Strompreiserhöhung: Wo
vergleichen Sie die Preise?" antworteten 2359 User, sie würden sich
dazu direkt an den Anbieter wenden. 30 Prozent der User bzw. 957
Teilnehmer der Befragung gaben an, sie wollten mithilfe eines
Online-Stromtarifrechners nach günstigeren Angeboten suchen. Nur 3,5
Prozent der User antworteten, sie würden Strompreise gar nicht
vergleichen.
Für Dr. Errit Schlossberger, CEO von FinanceScout24, ist das ein
ermutigendes Ergebnis: "Es kommt Bewegung in den Markt. Viele
Verbraucher sind nicht mehr bereit, jede Preiserhöhung mitzutragen."
Gleichzeitig rät er Wechselwilligen, auch Tarife für Ökostrom in die
Überlegungen miteinzubeziehen: "Das ist gleich doppelt attraktiv: gut
für die Umwelt und gut für den Geldbeutel." Denn gute Ökostromtarife
seien mittlerweile fast immer günstiger als die besten Angebote des
örtlichen Grundversorgers. Bei einem Verbrauch von 4.000 kWh pro Jahr
sind Ökostromtarife mit Gütesiegeln im bundesweiten Durchschnitt 96
Euro günstiger als das billigste Angebot des örtlichen
Grundversorgers, haben die Stromexperten von Verivox ausgerechnet. Im
Schnitt geben Haushalte derzeit für einen jährlichen Verbrauch von
4.000 kWh in der örtlichen Grundversorgung 949 Euro aus. Das
günstigste Angebot (ohne Vorauskasse und Kaution) beträgt bei
gleichem Verbrauch 746 Euro. Die durchschnittlichen bundesweiten
Kosten für einen Ökostromtarif mit Gütesiegel (ohne Vorauskasse und
Kaution) betragen laut Verivox 781 Euro.
Allerdings ist es für Schlossberger unverständlich, dass nach wie
vor keine verbindlichen Kriterien für Ökostromprodukte existieren:
"Da gibt es verschiedenste Zertifikate und Gütesiegel. Für die
Verbraucher ist es schwierig, sich ein Bild zu machen, wie 'grün' der
gewünschte Strom nun wirklich ist. Oft hilft nur ein genauer Blick
ins Kleingedruckte." Das sei bedauerlich, denn wer sich für einen
Öko-Tarif entscheide, möchte schließlich einen Beitrag zum
Klimaschutz leisten und den Ausbau der alternativen Energieversorgung
unterstützen.
Insbesondere zwischen Ökostromzertifikaten und Gütesiegeln gibt es
Unterschiede. Erstere dienen der Kennzeichnung von Strom aus
Erneuerbaren Energien, können aber auf dem Strommarkt ge- und
verkauft werden. Ein Versorger, der solche Zertifikate erwirbt und
dann seinen Kunden "Öko-Strom" anbietet, muss nicht zwangsläufig
selbst Strom aus erneuerbaren Energien gewinnen. Die Zertifikate
werden deshalb von Verbraucherschützern als Mogelpackung kritisiert.
"Wer wirklich dazu beitragen will, den Markt langfristig von Strom
aus Kohle- und Atomkraftwerken zu befreien, sollte auf ein so
genanntes Ökogütesiegel achten", rät Schlossberger.
Dieses gibt zuverlässiger Auskunft über die Qualität des Ökostroms
und wird nur unter zwei Voraussetzungen vergeben: Die Gewinnung des
Stroms muss entweder aus rein regenerativen Quellen wie Windkraft,
Wasserkraft, Biogas, Sonnenenergie oder Geothermie erfolgen. Oder sie
muss aus der effektiven Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) stammen und sich
somit gegenüber den konventionellen Energiequellen aus ökologischer
Sicht deutlich hervorheben. Allerdings: KWK-Anlagen sind zwar
umweltfreundlich, da die Abwärme des Kraftwerks zum Heizen verwendet
wird, die Kraftwerke werden aber meistens mit fossilen Energieträgern
wie Kohle oder Gas betrieben. Weitere Voraussetzung ist, dass ein
bestimmter Anteil der Einnahmen in die Förderung neuer Anlagen zur
regenerativen Stromerzeugung investiert wird und dass die Anlagen ein
gewisses Alter nicht überschreiten.
Schlossberger hierzu: "Generell gilt: Je detaillierter die
Informationen sind, die ein Anbieter über die Herkunft seines Stroms
geben kann, desto sicherer können Verbraucher sein, dass kein
Etikettenschwindel betrieben wird." Die strengsten Kriterien wendet
das GrünerStromLabel an: Als Energiequellen kommen hier
ausschließlich Erneuerbare Energien oder KWK-Anlagen ohne fossile
Brennstoffe in Frage. Ferner dürfen nur derartige Anlagen durch die
zusätzlichen Kosten gefördert werden.
Vergleichsrechner unter:
http://www.presseportal.de/go2/strom-anbieter-vergleich
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Originaltext: FinanceScout24
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