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Berlin (ddp.djn). Das behaupten Banken gerne: Vermietete
Immobilien finanzieren sich als Geldanlage quasi von alleine. Doch
das ist meist nur ein Werbeversprechen. Eine Immobilie zu kaufen und
zu vermieten ist eine unternehmerische Betätigung - mit allen
Chancen, die darin zu sehen sind, aber auch mit allen Risiken - vor
allem für die Kunden.
So arbeiten oft Banken, Bauträger und Vertriebsorganisation
zusammen, um Immobilienprojekte an den Kunden zu bringen. Der Haken
dabei: Die Preise für die Anlagen sind oft zu teuer. Für den Käufer
ist diese Zusammenarbeit ein Problem, denn Banken finanzieren dann
Objekte, deren Wirtschaftlichkeit strengen Kriterien nicht
standhalten würde. Die Immobilie ist oft von Anfang an ein
Verlustgeschäft und ein Verkauf kommt ebenfalls nur mit hohen
Verlusten infrage, weil die Immobilien viel zu teuer waren. Das ist
der Anfang einer Schuldenspirale. Immobilien sollten von Anlegern nur
gekauft werden, wenn die den Wert selbst ermittelt haben.
Sachverständige übernehmen das für wenige hundert Euro. Diese Kosten
sind zudem steuerlich absetzbar.
Bei vermieteten Immobilien sind die Banken in Geberlaune und
finanzieren gerne den vollen Kaufpreis - oft sogar noch die
Nebenkosten. Das Argument: Immerhin seien die Kreditzinsen voll
absetzbar und sorgten für eine erhebliche Steuerersparnis. Was dabei
vergessen wird: Spitzensteuerzahler müssen immer zwei Euro ausgeben,
um einen Euro Steuern zu sparen, Normalverdiener sogar drei Euro.
Geldanleger müssen die Zinsen für die Finanzierung also erst einmal
durch die Miete verdienen. Und das ist bei einer Vollfinanzierung oft
ein riesiges Problem, denn die Miete reicht meist nicht, um die
Zinsen zu zahlen, von den Nebenkosten wie Rücklagen, Reparaturen und
anderen Ausgaben ganz zu schweigen. Damit sind ständig Zuzahlungen
fällig.
Sparer sollten wissen: Grundsätzlich führen Vollfinanzierungen
immer zu einer Unterdeckung. Wenn Banken vorrechnen, dass bei einer
Vollfinanzierung die Miete die Kosten deckt, dann gehen sie in der
Regel von zu hohen Mieteinnahmen oder zu niedrigen Kosten aus - oder
von beidem. Finanzierungen sollten nie über mehr als 80 Prozent des
Kaufpreises abgeschlossen werden, damit sie sich seriös rechnen.
Ebenfalls ein Problem bei Immobilien als Geldanlage: Die
Immobilienpreise steigen nicht automatisch und führen zu guten
Renditen beim Wiederverkauf - auch wenn Banken das noch so oft
behaupten. Das beste Beispiel sind die Ost-Immobilien, die durch
sinnlose und überhöhte Subventionen völlig am tatsächlichen Bedarf
vorbei geplant wurden. Viele dieser Immobilien sind heute
unvermietbar und damit faktisch nichts mehr wert. Aber nicht nur im
Osten, in ganz Deutschland sind die Immobilienpreise auf dem Weg nach
unten - eine automatische Wertsteigerung ist also nicht
vorprogrammiert. Eine Wertsteigerung kann man nur dort erwarten, wo
das Wohnen auf Jahre hinaus begehrt ist. Nur in solchen Top-Lagen ist
der Kauf vermieteter Immobilien als Geldanlage überhaupt sinnvoll.
ddp.djn/ome/mbr
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