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München (ddp.djn). Wenn Wild die Straße kreuzt, muss sich ein
Autofahrer oft in Bruchteilen einer Sekunde entscheiden, ob er
bremst, ausweicht oder drauffährt. Ein Ausweichen scheint die
schlechtere Wahl zu sein. Selbst der Zusammenprall mit einer
Wildschweinrotte bei 80 km/h muss für die Insassen eines Pkw nicht
lebensgefährlich enden. Das ergaben Crashtests, deren Ergebnisse der
ADAC in München vorstellte. «Das Auto zeigt im Frontbereich Schäden,
die Fahrgastzelle bleibt aber stabil. Rückhaltesysteme wie Gurt und
Airbag schützen optimal», fasst Christian Buric zusammen.
Weitaus gefährlicher sind dagegen Ausweichmanöver: Tests mit ESP
zeigten, dass das elektronische Stabilitätsprogramm zwar das
Schleudern verhindert, aber natürlich nicht die Kollision mit dem
Gegenverkehr. «Durch riskante Ausweichmanöver gefährdet der Fahrer
nicht nur die Insassen des eigenen Autos, sondern auch andere
Verkehrsteilnehmer», mahnt deshalb Gerhard Blümel, Leiter des
Sicherheitszentrums des Österreichischen Automobil-, Motorrad- und
Touring Clubs (ÖAMTC).
Beim Ausweichversuch ohne ESP zeigt sich ein ähnliches Bild.
Buric: «Das schleudernde Fahrzeug trifft auf der Fahrerseite auf das
entgegenkommende Auto. Weil beim seitlichen Aufprall wenig
Deformationszone vorhanden ist, ist das Verletzungsrisiko hier sogar
besonders hoch.» Sei ein Zusammenstoß mit einem Wildtier
unvermeidbar, sollte der Fahrer scharf bremsen und dabei das Lenkrad
mit beiden Händen gut festhalten, empfiehlt Blümel.
Das Risiko eines Wildunfalls kann man durch vorausschauendes
Fahren minimieren, sind sich die Fachleute einig. Die Geschwindigkeit
sollte bei Wildwechselgefahr reduziert, die Bremsbereitschaft erhöht
werden. Weiterhin sei es wichtig, einen ausreichenden Abstand zum
rechten Fahrbahnrand zu halten. Durch Abblenden der Scheinwerfer
werde dem Tier die Möglichkeit zur Flucht gegeben.
2008 - jüngere Zahlen liegen nicht vor - kam es laut Statistischem
Bundesamt zu 2614 Wildunfällen mit Personenschäden, 27 Personen
wurden getötet. ddp.djn/nom/hoe
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