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LIDL erneut unter Beschuss der Datenschützer |
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Freitag, 17. April 2009 |
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LIDL erneut unter Beschuss der Datenschützer
Das regt nicht nur die Datenschützer auf, sondern löst auch heftige Diskussionen bei den Menschen auf der Straße aus: LIDL gerät erneut wegen Datenskandalen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Ob es letztendlich ausreicht, nur den Chef der deutschen Niederlassung von seinen Pflichten zu entbinden oder ob es erneut ein saftiges Bußgeld gegen den Lebensmittelkonzern gibt, bleibt abzuwarten.
Auslöser der Diskussion war der Fund von firmeninternen Unterlagen in einer Bochumer Mülltonne. Es wäre schon fatal genug gewesen, wenn es sich um Buchhaltungsunterlagen oder ähnliche Interna gehandelt hätte, die man dort mal eben im Vorbeigehen entsorgt hätte. Doch der eigentliche Skandal ergibt sich aus dem Inhalt der Unterlagen. Es handelte sich größtenteils um Personalunterlagen, die im Normalfall in einem Shredder der Sicherheitsstufe drei bis vier oder alternativ direkt in einer Müllverbrennungsanlage hätten landen müssen.
Die Ausrede der Geschäftsführung von LIDL, die Umstellung des Datenschutzes wäre zeitaufwändig, ist mehr als fadenscheinig. Eine Entsorgung von Personalunterlagen dieser Art ist schlicht und einfach Schlamperei und gefährdet den persönlichen Ruf der Betroffenen. In den falschen Händen hätten die Personalakten, in denen sich unter anderem sehr detaillierte Angaben zum Gesundheitszustand der Mitarbeiter befanden, sehr großen Schaden anrichten können. Das hätte bis zur Erpressbarkeit einzelner Mitarbeiter und des ganzen Konzerns führen können. Offenbar ist man bei LIDL außerstande oder nicht Willens, die Tragweite dieses Datenskandals zu erfassen. Auch von Lernfähigkeit kann keine Rede sein, denn schon einmal musste man ein Bußgeld wegen der nicht rechtskonformen Überwachung des eigenen Personals zahlen.
Wenn die Vorgehensweise der LIDL Führung jetzt in den Diskussionen ganz offen mit Stasi Methoden verglichen wird, muss man sich nicht wundern. Auch über deren Vorgehen regte man sich offen auf, doch dort wurde in der Regel nur der politische Standpunkt erfasst, nicht aber der Gesundheitszustand der Menschen, was eindeutig in den juristischen Bereich der Verletzung der Persönlichkeitsrechte fällt. Bleibt zu hoffen, dass die Datenschützer in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft VERDI diesem offensichtlich gewissenlosen Mitarbeitermanagement endgültig das Handwerk legen können.
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