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Mittwoch, 3. Juni 2009 |
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Hagen (ots) - Von Stefan Pohl
Wer heute eine bloße Selbstverständlichkeit in den Mund nimmt wie
die Sozialpflichtigkeit von Eigentum, sieht sich rasch in die völlig
falsche Ecke gedrängt.
Beim Streit um Staatshilfe für Arcandor ist nachdrücklich daran zu
erinnern, dass der Konzern zwei Großaktionäre und damit Miteigentümer
hat, die schwere Fehler des früheren Managements zugelassen haben:
Das Bankhaus Sal. Oppenheim und die Quelle-Erbin Schickedanz. Daher
ist es nicht unbillig jetzt zu fordern, dass diese mit ihren
Milliardenvermögen für eine Rettung einstehen, bevor der Staat erneut
eingreifen muss - Aktien als Sicherheiten reichen nicht aus.
Es ist schade oder vielmehr bezeichnend für unser gesellschaftliches
Klima der Schonung großer Vermögen, dass an eine solche Lösung stets
zuletzt gedacht wird - siehe Porsche, siehe Schaeffler. Lieber lässt
man die Beschäftigten für seine Interessen auf die Straße gehen.
Arcandor hat noch keine Insolvenz angemeldet, aber die Chancen auf
Rettung schwinden. Banken ziehen sich zurück. Eine Verweigerung der
Eigentümer hätte zur Folge dass an zehntausenden Karstadt- und
Quelle-Mitarbeitern, denen man in vielen Sparrunden schon alles
abverlangt hat, ein ordnungspolitisches Exempel statuiert wird. So
weit darf es nicht kommen. Die Reihenfolge bei der Verantwortung
lautet: Privat vor Staat.
Originaltext: Westfalenpost
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