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Essen (ots) - Niemand hat bisher ein wirksames Rezept gefunden, um
die tendenziell übergewichtigen Industrienationen schlanker zu
machen. Was auch daran liegen dürfte, dass Dicksein und der Weg
dorthin ein komplexes Problem sind. Und komplexe Probleme reagieren
höchst selten auf simple Lösungsmuster. Nicht mehr als das bieten die
Verbraucherschützer mit ihrem Ruf nach einer grün-gelb-roten
Warn-"Ampel" auf Lebensmitteln an.
Die klare Auszeichnung von Produkten kann hilfreich sein. Die
entscheidende Stellschraube im Kampf gegen das Wohlstandsübel Nr. 1
ist sie nicht. Selbst wenn man künftig im Supermarkt eindeutig
erkennen könnte, ob man Dickmacher kauft, würden viele Konsumenten
nicht vor Produkten mit "Rot" zurückschrecken. Die Wirkung solcher
Etiketten wird überschätzt. Die meisten Menschen wissen recht gut,
was gesund ist. Was vielen fehlt, ist der Antrieb, längst als
ungesund erkanntes Verhalten dauerhaft zu ändern.
Hier intelligent und individuell anzusetzen, befreit die
Lebensmittelindustrie aber nicht von der Verpflichtung ihre Tricks
einzustellen. Oft sind "Light"-Produkte in Wahrheit schwere Zucker-
oder Fettbomben.
Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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