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Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst
Seehofer will eine Senkung der Mehrwertsteuer in einigen
Dienstleistungsbranchen erreichen. Seehofer kündigte am Mittwoch
eine entsprechende Bundesrats-Initiative des Freistaats schon für
nächsten Dienstag an. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu
Guttenberg (CSU) äußerte «Sympathie» für das Ziel.
München (ddp-bay). Der CSU-Vorsitzende und bayerische
Ministerpräsident Horst Seehofer will eine Senkung der Mehrwertsteuer
in einigen Dienstleistungsbranchen erreichen. Seehofer kündigte am
Mittwoch eine entsprechende Bundesrats-Initiative des Freistaats
schon für nächsten Dienstag an. Bundeswirtschaftsminister
Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) äußerte «Sympathie» für das Ziel.
Die EU-Finanzminister hatten sich am Dienstag auf einen
reduzierten Mehrwertsteuersatz etwa in Restaurants sowie bei
Friseuren und in der häuslichen Pflege verständigt.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) betonte jedoch, den
Beschluss in Deutschland nicht anwenden zu wollen. Er fügte hinzu:
«Ich werde mich dem widersetzen, weil es nicht bezahlbar ist und in
der jetzigen Haushaltslage völlig inakzeptabel."
Seehofer will nun dafür sorgen, dass die neuen Möglichkeiten auch
in Deutschland genutzt werden können. Er wandte sich bei der
Eröffnung der Münchner Handwerksmesse gegen den «Verdacht», sein
Vorgehen habe wahltaktische Gründe. Er sei vielmehr «entschieden der
Meinung, dass die arbeitsintensiven Dienstleistungen in Deutschland
mit der Verbrauchssteuer zu hoch besteuert sind». Wer Schwarzarbeit
und Wettbewerbsverzerrungen vermeiden wolle, müsse jetzt handeln.
SPD-Fraktionschef Franz Maget kritisierte: «Der angekündigte
Bundesrats-Vorstoß Bayerns reiht sich ein in eine ganze Serie ähnlich
populistischer und unseriöser Aktionen vom Umweltgesetzbuch bis zum
Gesundheitsfonds.» Er fügte hinzu: «Politische Führung,
Glaubwürdigkeit und Geradlinigkeit sehen anders aus.»
Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) wies die Kritik
zurück. Er entgegnete, wenn der SPD der Freistaat wirklich wichtig
wäre, würde sich Maget jetzt «um Tourismus und Gastronomie kümmern»
und versuchen, Steinbrück «von der Notwendigkeit einer gezielten
Mehrwertsteuersenkung» zu überzeugen.
(ddp)
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