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Stuttgart (ddp-bwb). Baden-Württemberg, Bayern und Hessen wollen
laut Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) auf jeden Fall zur
Änderung des Länderfinanzausgleichs vor das Bundesverfassungsgericht
ziehen. Es gebe nur den Weg, juristisch etwas zu erreichen, sagte
Mappus am Dienstag in Stuttgart. Es sei beabsichtigt, die Klage nach
der Sommerpause bis spätestens Oktober oder November auf den Weg zu
bringen. Einer politischen Lösung räumte der Ministerpräsident wenig
Chancen ein, da die Mehrheit der Nehmerländer die Geberländer bei
neuen Verhandlungen voraussichtlich überstimmen würde. Die
FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger begrüßte das Vorhaben. Die
Grünen-Landtagsfraktion sieht die Erfolgsaussichten der Klage indes
skeptisch.
Ziel der Klage ist laut Mappus, nicht nur weniger zu zahlen,
sondern die Gesamtkonstruktion zu ändern. Derzeit gebe es in der
Ausgestaltung des Länderfinanzausgleichs überhaupt keine Anreize, als
Nehmerland aus der «Sozialhilfe der Länder rauszukommen», erläuterte
er. Das System habe sich jedoch immer stärker in Richtung «drei
Geberländer und 13 Nehmerländer» entwickelt habe. Nordrhein-Westfalen
rutsche mittlerweile auch «ins Nehmerlager».
Länder wie Berlin leisteten sich Dinge wie gebührenfreie
Kindergartenplätze und den Verzicht auf Studiengebühren, die sich
Baden-Württemberg nicht leisten könne. «Es muss sich fiskalisch
lohnen, zu sparen», nannte er das Ziel der Initiative der drei
Länder. «Es ist ein sehr ehrgeiziges Projekt», sagte Mappus weiter.
Es sei nicht sicher, was bei dem Verfahren herauskomme. Bis zum
Folgegesetz nach Ablauf des Länderfinanzausgleichs Ende 2018 zu
warten, habe jedoch keinen Sinn, da sich die Interessenlagen bis
dahin nicht ändern würden.
FDP-Landeschefin Homburger sagte, das Vorhaben von Mappus
entspreche der langjährigen Forderung der FDP Baden-Württemberg. Der
Bund-Länder-Finanzausgleich müsse endlich vorbehaltlos überprüft
werden mit dem Ziel, ein gerechteres Finanzausgleichssystem zu
erreichen.
Die SPD-Landtagsfraktion forderte Mappus auf, mit seiner häufig
angekündigten Klage nicht erst bis Herbst zu warten.
SPD-Finanzexperte und designierter Spitzenkandidat Nils Schmid
unterstrich, die Landesregierung strebe mit ihrem Vorhaben eine Klage
gegen ein Gesetz an, das sie selbst mit ausgehandelt habe.
Grünen-Fraktionschef Winfried Kretschmann gab der Klage indes
wenig Chancen. Die Verfassungsrichter würden höchstens Korrekturen am
bestehenden System des Einnahmenausgleichs vom Gesetzeber verlangen.
Da an dieser Stelle bereits 2005 nachgebessert worden sei, halte er
dieses Thema für ausgereizt. Die Kampagne von Mappus rieche deshalb
stark nach Populismus. Die Grünen-Fraktion setze sich für ein völlig
neues Konzept eines aufgabenbezogenen und nicht einnahmenbezogenen
Finanzausgleichs ein.
(ddp)
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