Wowereit wettet: 50 Tonnen Lebensmittel für die Berliner Tafel
Mittwoch, 28. April 2010
Wowereit wettet: 50 Tonnen Lebensmittel für die Berliner Tafel

Berlin (ddp-bln). Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat an die Spendenfreudigkeit der Berliner zugunsten der Berliner Tafel appelliert. «Ich bin mir sicher, dass bis zum 5. Juni 50 Tonnen haltbare Lebensmittel zusammenkommen», sagte der Politiker am Mittwoch. «Sollte ich mich geirrt haben, werde ich einen Tag lang bei der Berliner Tafel helfen», bot Wowereit zugleich eine Wette an. Die Caritas kritisierte unterdessen die Praxis der Tafel, kostenlos Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen.

Die Wette hat Wowereit als Schirmherr des 16. Treffens des Bundesverbandes Deutsche Tafel mit dessen Chef Gerd Häuser abgeschlossen. Er sei sich sicher, dass die Berliner den Regierungschef bei der Stadtwette unterstützen würden, sagte Häuser. Ziel der Aktion sei es, auf die überwiegend ehrenamtlichen Arbeiten der Tafeln in Deutschland aufmerksam zu machen.

Das Bundestafeltreffen wird vom 3. bis 5. Juni in Berlin ausgerichtet, wo 1993 die erste Tafel Deutschlands ins Leben gerufen wurde. Es werden 1000 Teilnehmer erwartet. Höhepunkt des Treffens wird eine «Lange Tafel» am 5. Juni auf dem Alexanderplatz in Mitte sein.

Bis dahin können die Berliner an 15 Sammelstellen haltbare Lebensmittel abgeben. Der Vorsitzenden der Berliner Tafel, Sabine Werth, zufolge versorgt die Hilfsorganisation monatlich etwa 125 000 Menschen in der Hauptstadt mit Nahrung. Vergangenes Jahr waren es den Angaben zufolge 660 Tonnen Lebensmittel monatlich.

«Die Zahl der Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen ist, steigt leider schneller als die Menge der gespendeten Lebensmittel», sagte Werth. «Die zusätzlichen Spenden durch die Stadtwette können wir deshalb gut gebrauchen.»

Der Ansatz der Tafel, Bedürftige kostenlos mit Lebensmitteln zu versorgen, ist auch in karitativen Organisationen umstritten. «Wir haben nichts gegen die Tafel an sich», sagte der Sprecher der Caritas für Berlin, Brandenburg und Vorpommern, Thomas Gleißner. Es sei aber wichtig, dass Menschen nicht abhängig gemacht würden von Lebensmittelzuwendungen. Die Caritas betreibe dagegen Sozialläden, in denen Bedürftige verbilligt Lebensmittel kaufen und zusätzlich soziale Beratung in Anspruch nehmen könnten.

(ddp)

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