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Berlin (ddp-bln). Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit
(SPD) hat an die Spendenfreudigkeit der Berliner zugunsten der
Berliner Tafel appelliert. «Ich bin mir sicher, dass bis zum 5. Juni
50 Tonnen haltbare Lebensmittel zusammenkommen», sagte der Politiker
am Mittwoch. «Sollte ich mich geirrt haben, werde ich einen Tag lang
bei der Berliner Tafel helfen», bot Wowereit zugleich eine Wette an.
Die Caritas kritisierte unterdessen die Praxis der Tafel, kostenlos
Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen.
Die Wette hat Wowereit als Schirmherr des 16. Treffens des
Bundesverbandes Deutsche Tafel mit dessen Chef Gerd Häuser
abgeschlossen. Er sei sich sicher, dass die Berliner den
Regierungschef bei der Stadtwette unterstützen würden, sagte Häuser.
Ziel der Aktion sei es, auf die überwiegend ehrenamtlichen Arbeiten
der Tafeln in Deutschland aufmerksam zu machen.
Das Bundestafeltreffen wird vom 3. bis 5. Juni in Berlin
ausgerichtet, wo 1993 die erste Tafel Deutschlands ins Leben gerufen
wurde. Es werden 1000 Teilnehmer erwartet. Höhepunkt des Treffens
wird eine «Lange Tafel» am 5. Juni auf dem Alexanderplatz in Mitte
sein.
Bis dahin können die Berliner an 15 Sammelstellen haltbare
Lebensmittel abgeben. Der Vorsitzenden der Berliner Tafel, Sabine
Werth, zufolge versorgt die Hilfsorganisation monatlich etwa 125 000
Menschen in der Hauptstadt mit Nahrung. Vergangenes Jahr waren es den
Angaben zufolge 660 Tonnen Lebensmittel monatlich.
«Die Zahl der Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen ist,
steigt leider schneller als die Menge der gespendeten Lebensmittel»,
sagte Werth. «Die zusätzlichen Spenden durch die Stadtwette können
wir deshalb gut gebrauchen.»
Der Ansatz der Tafel, Bedürftige kostenlos mit Lebensmitteln zu
versorgen, ist auch in karitativen Organisationen umstritten. «Wir
haben nichts gegen die Tafel an sich», sagte der Sprecher der Caritas
für Berlin, Brandenburg und Vorpommern, Thomas Gleißner. Es sei aber
wichtig, dass Menschen nicht abhängig gemacht würden von
Lebensmittelzuwendungen. Die Caritas betreibe dagegen Sozialläden, in
denen Bedürftige verbilligt Lebensmittel kaufen und zusätzlich
soziale Beratung in Anspruch nehmen könnten.
(ddp)
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