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München (ots) - Die Deloitte-Umfrage "Auswirkungen der
Wirtschaftskrise auf die Sozialwirtschaft" zeigt: Die Branche blieb
in Deutschland bisher verschont - Nachfrage und Spendenerträge sind
konstant und die Kreditvergabe von Banken ist weniger restriktiv als
in anderen Sektoren. Befragt wurden 774 Verantwortliche deutscher
Sozialdienstleister mit einer Belegschaft von 50 bis über 1000
Mitarbeitern. Dennoch befürchten 62 Prozent der Befragten eine
Verschlechterung der Ertragslage aufgrund von Kürzungen seitens der
öffentlichen Hand und es wird mit einem zunehmenden Konkurrenzdruck
in der Branche gerechnet. Zukünftig werden deshalb Themen wie
Erfolgssicherung, Nutzung von Finanzierungsmöglichkeiten oder Aufbau
eines Risikomanagements Priorität in der deutschen Sozialwirtschaft
genießen.
"Verglichen mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland
zeigt sich, dass die Sozialwirtschaft relativ unabhängig von der
Konjunktur ist", erklärt Ralph Höll, Partner im Bereich
Sozialwirtschaft bei Deloitte. "Dies liegt vor allem am
Versorgungscharakter der meisten Sozialdienstleister. Trotzdem sieht
die Mehrheit der Befragten Handlungsbedarf, um auch künftig
krisenresistent zu bleiben."
Die sozialwirtschaftlichen Entwicklungen auf einen Blick
Gravierende Auswirkungen auf das Tagesgeschäft der
Sozialdienstleister lassen sich bisher nicht feststellen. 72 Prozent
der Befragten konnten bis Ende 2009 keinen signifikanten
Nachfragerückgang verzeichnen; lediglich 13 Prozent bestätigen einen
merklichen Nachlass der Spendenerträge. Überdies konnte die Mehrheit
der Sozialdienstleister keine Änderungen der Kreditvergabe
feststellen - die befürchtete Kreditklemme blieb aus. Dennoch äußern
die befragten Unternehmen Bedenken: Zuschüsse öffentlicher Kassen
nehmen weiter ab - zwei Drittel waren 2009 bereits von entsprechenden
Kürzungen betroffen. Ob die Wirtschaftskrise der Grund für diese
Einsparungen ist, bleibt allerdings fraglich, da sich die öffentliche
Hand bereits seit Jahren aus der Finanzierung freiwilliger sozialer
Angebote zurückzieht.
Finanzierung wird zum Top-Thema
Aufgrund der kritischen öffentlichen Haushaltslage gehen 69
Prozent von weiteren Kürzungen aus. Dies schränkt einerseits die
sozialwirtschaftlichen Leistungen ein und beeinträchtigt andererseits
das Budget der privaten Haushalte - knapp die Hälfte der Befragten
rechnet deshalb mit einem Belegungsrückgang stationärer
Einrichtungen. Insgesamt 62 Prozent erwarten eine allgemeine
Verschlechterung der Ertragslage und somit der Eigenkapitalquote -
die Abhängigkeit von externer Finanzierung nimmt zu. Anbieter werden
bei mangelnder Liquidität und Bonität vom Markt verdrängt - acht von
zehn Befragten gehen von einem steigenden Konkurrenzdruck in der
Branche aus. Für die Verbleibenden eröffnen sich Chancen auf
Marktanteile und Erträge bei voraussichtlich konstanter Nachfrage und
Leistung.
Langfristige Prioritäten für Sozialdienstleister
Um negativen Folgen der Krise vorzubeugen, müssen deutsche
Sozialdienstleister Maßnahmen zur Sicherung der wirtschaftlichen
Stabilität ergreifen. Die Änderungen der Rahmenbedingungen
insbesondere bei Finanzierung und Wettbewerb erfordern eine
strategische Neuausrichtung und Weiterentwicklung des
Leistungskonzepts. Eine effektive Kostensteuerung wird ebenso wichtig
wie die Erschließung von Wirtschaftlichkeitspotenzialen. Überdies
gewinnt das Thema Risikomanagement an Bedeutung: Die frühzeitige
Erkennung von Risiken und Chancen wird zunehmend wichtiger in einem
Unternehmensumfeld, das den effizienten Umgang mit den verfügbaren
Mitteln, Qualität und Transparenz fordert.
"Wirtschaftliche Stabilität und Nachhaltigkeit werden zu den
Branchenleitthemen und die Nutzung aller internen und externen
Finanzierungsmöglichkeiten ist künftig ein wesentlicher
Erfolgsfaktor", ergänzt Sabine Lauer, Senior Manager im Bereich
Sozialwirtschaft bei Deloitte. "Wer clever finanziert und das
Leistungsangebot an die neuen Branchengegebenheiten anpasst, hat gute
Chancen, Marktanteil und Umsatz weiter auszubauen."
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Ende
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