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Rostock (ddp). Der Deutsche Mieterbund warnt vor Einschnitten ins
Mietrecht nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. «Ich fürchte,
die Bundesregierung wird erst nach der Wahl die Katze aus dem Sack
lassen», sagte Verbandsdirektor Lukas Siebenkotten am Samstag beim
Landesverbandstag Mecklenburg-Vorpommern in Rostock. In den ersten
sechs Monaten unter Schwarz-Gelb sei von den im Koalitionsvertrag
geplanten Änderungen noch nichts umgesetzt worden. «Es scheint, als
ob ein Redeverbot verhängt wurde», sagte Siebenkotten. «Wir fordern,
dass die Bundesregierung Farbe bekennt und den Mietern erklärt, was
sie genau vorhat.»
Der Mieterbund kritisiert unter anderem die erwarteten Änderungen
bei Kündigungen. Laut Siebenkotten will die Koalition die
Kündigungsfristen für Mieter und Vermieter angleichen. Bisher gilt
für Mieter eine Frist von drei Monaten, für Vermieter von bis zu neun
Monaten. Nicht einmal die Vermieter wünschten sich eine Änderung,
sagte Siebenkotten. Auf Kritik stößt auch der Plan, bei energetischen
Sanierungen das Recht der Mieter auf Mietminderung einzuschränken.
Das sei eine Abkehr vom Grundsatz, dass als Maßstab für eine
Mietminderung ausschließlich der eingeschränkte Gebrauchswert der
Wohnung gelte.
Siebenkotten forderte die Bundesregierung auf, den Wohnungsbau
anzukurbeln. Schon jetzt fänden sozial Schwächere in westdeutschen
Groß- und Universitätsstädten kaum noch eine bezahlbare Wohnung.
Derzeit würden pro Jahr etwa 175 000 Wohnungen gebaut, nötig seien
aber rund 100 000 mehr. Grund für den wachsenden Bedarf trotz
sinkender Bevölkerungszahl sei der Trend zu immer kleineren
Haushalten. So wird laut einer Studie des prognos-Instituts die Zahl
der allein lebenden über 55-Jährigen bis zum Jahr 2025 in einigen
Regionen um mehr als 40 Prozent steigen.
ddp/dka/jgu
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