Kriegsopferfürsorge verklagt Sozialverbandschef
Donnerstag, 22. April 2010
Kriegsopferfürsorge verklagt Sozialverbandschef

Leipzig (ddp). Die Deutsche Kriegsopferfürsorge hat den Direktor des Kommunalen Sozialverbandes Sachsen (KSV), Andreas Werner, verklagt. Werner wird Rechtsbeugung und unterlassene Hilfeleistung im Fall des schwer verletzten Wurzener Ex-Bundeswehrsoldaten Steven R. vorgeworfen, weil er diesen entgegen ärztlicher Atteste als arbeitsfähig einstuft und Hilfszahlungen verweigert, erklärte die Kriegsopferfürsorge am Donnerstag in Berlin. Dadurch werde R. in der Öffentlichkeit als arbeitsunwillig und Sozialschmarotzer dargestellt.

R. war 1995 als Zeitsoldat bei einer Übung von einem Auto angefahren und schwer verletzt worden. Seitdem kämpft er erfolglos darum, dass seine Verletzung anerkannt wird und der Bund für seine Versorgung aufkommt. Der heute 33-Jährige ist ohne Job und ohne Krankenversicherung. Einen Antrag auf Sozialhilfe hat die zuständige örtliche Behörde in Wurzen am Donnerstag mit dem Verweis auf die Zuständigkeit des KSV abgelehnt.

R. hatte in der vergangenen Woche öffentlichkeitswirksam gemeinsam mit dem Wehrbeauftragten des Bundestages, Reinhold Robbe, seinen Antrag auf Sozialhilfe bei der Behörde abgegeben.

(ddp)

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