Zentralrat der Juden unterstützt Özkan-Vorstoß für Kruzifix-Verbot
Montag, 26. April 2010
Zentralrat der Juden unterstützt Özkan-Vorstoß für Kruzifix-Verbot

Berlin (ddp-nrd). Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, unterstützt den Vorstoß der neuen niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) für ein Kruzifix-Verbot an Schulen. Kramer sagte am Montag der Nachrichtenagentur ddp, hierbei gehe es nicht um eine «Kampfansage an die christliche Mehrheitsreligion» in der Bundesrepublik. Vielmehr müsse es «praktische Signale geben, dass die anerkannten Religionen wirklich gleichberechtigt nebeneinander existieren sollen».

Kramer fügte hinzu: «Damit verträgt sich die Bevorzugung einer Religion in Form von Kruzifixen im Klassenzimmer aber nicht.» Vielmehr könne in dieser Frage nur das Motto gelten: «Alle oder keine.» Kramer betonte: «Wenn alle religiösen Symbole im Klassenzimmer aufgehängt werden dürften, hätte ich kein Problem damit - aber eines allein ist schon problematisch.» Nach seiner Ansicht hätten allerdings religiöse Symbole «weder in Gerichtssälen noch in Schulen etwas zu suchen».

Kramer fügte hinzu, er habe zwar großes Verständnis dafür, dass etwa in Bayern Kruzifixe in Klassenzimmern auch als Tradition betrachtet würden. Man müsse aber diese Tradition angesichts der veränderten Lage in Deutschland überdenken, wenn man das Ziel der Integration anderer Religionen ernst nehme. Kramer mahnte, es dürfe bei diesem Thema keine «dumme Prinzipienreiterei» geben.

(ddp)

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