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Dienstag, 27. April 2010 |
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Hannover (ddp-nrd). Niedersachsens Ministerpräsident Christian
Wulff (CDU) beklagt eine Überreaktion nach den Kruzifix-Äußerungen
seiner neuen Sozialministerin Aygül Özkan (CDU).
Rücktrittsforderungen an ihre Adresse seien «neben der Sache», sagte
Wulff am Dienstag im ARD-«Morgenmagazin». Vielleicht fürchteten
manche Männer mit der Ernennung der ersten Muslimin zur Ministerin in
Deutschland den «Untergang des christlichen Abendlandes».
Özkan habe ihre Position korrigiert, betonte Wulff. Sie habe sich
aus eigenen Stücken entschuldigt für «Missverständnisse» und
«Verletzung religiöser Gefühle». Denn auch ihr sei klargeworden, dass
es in Niedersachsen ein Neutralitätsgebot gebe und das Land
ausdrücklich sowohl Kreuze in Schulen begrüße als auch den
islamischen Religionsunterricht fördere. Wulff mahnte alle Kritiker:
«Lasst die Kirche im Dorf, lasst die Kreuze in den Schulen.»
Özkan war in den vergangenen Tagen innerhalb ihrer Partei in die
Kritik geraten, weil sie ein Verbot von Kruzifixen in Schulen
gefordert hatte. Am Montag zog sie ihre Aussagen zurück. Am Dienstag
sollte die CDU-Politikerin als niedersächsische Sozialministerin
vereidigt werden. Damit wird erstmals eine Muslimin Ministerin in
Deutschland.
(ddp)
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