Wulff beendet Debatte um Kruzifix-Äußerungen Özkans
Montag, 26. April 2010
Wulff beendet Debatte um Kruzifix-Äußerungen Özkans

Oldenburg (ddp-nrd). Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat die von seiner designierten Sozial- und Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) entfachte Debatte um Kruzifixe an niedersächsischen Schulen für beendet erklärt. Nach einer «breiten Debatte in der CDU-Landtagsfraktion» habe Özkan akzeptiert, dass Kruzifixe an niedersächsischen Schulen «willkommen und gewünscht» sind, sagte Wulff zu Beginn der Bundeskonferenz der Integrationsbeauftragten von Bund, Ländern und Kommunen am Montag in Oldenburg. Er fügte hinzu: «Sie trägt diese Linie mit und damit ist das Thema für uns erledigt.» Das «Missverständnis» sei nun ausgeräumt.

Özkan, die am Dienstag als erste türkischstämmige Frau als Ministerin in ein deutsches Landeskabinett aufgenommen wird, hatte zuvor in einem Interview gesagt, dass Kruzifixe nicht in staatliche Schulräume gehörten. Damit hatte sie bei zahlreichen Vertretern von CDU und CSU für Entrüstung gesorgt.

Wulff betonte in diesem Zusammenhang, Özkan werde eine «grandiose Ministerin». Die Wahl sei zudem nicht auf sie gefallen, «weil sie Muslimin ist, sondern weil sie eine hervorragende Politikerin ist und auch Muslimin.» Er sehe es als einen Vorteil an, dass Özkan eine eigene Migrationsgeschichte und damit verbunden persönliche Erfahrungen mit dem Thema Integration habe. Nach Ansicht des scheidenden Integrationsministers Uwe Schünemann (CDU) werde Özkan dadurch «einige Bereiche selbstverständlicher umsetzen», als er das gekonnt habe.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Maria Böhmer (CDU) bedankte sich bei Ministerpräsident Wulff, dass er sich für Özkan als seine neue Ministerin entschieden habe. «Das ist die richtige Wahl», sagte Böhmer. «Sie schlagen damit ein neues Kapitel in der Integrationspolitik auf.»

(ddp)

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