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Düsseldorf/Lippstadt (ddp-nrw). Die SPD attackiert das
Finanzgebaren der nordrhein-westfälischen CDU. Laut Zeitungsberichten
vom Dienstag geht es um einen Fall von offenbar verdeckten
Parteispenden. Eine betroffene Firma korrigierte ihre Angaben
gegenüber dem Finanzamt. Die NRW-CDU wies die Vorwürfe vehement
zurück. Die CDU war im Wahlkampf bereits wegen der Sponsoring-Affäre
in die Kritik geraten.
Der Internet-Blog «Wir in NRW» hatte am Wochenende unter Berufung
auf eine Mail der Landes-CDU von dem Vorgang berichtet. Hintergrund
ist eine Spende in Höhe von 10 000 Euro, die der Lippstädter
Automobilzulieferer Hella im Wahlkampf 2005 an eine Wählerinitiative
für CDU-Landeschef Jürgen Rüttgers gezahlt hatte.
Ärger soll es gegeben haben, weil die Initiative keine
Spendenquittung ausstellen konnte, da sie weder eine politische
Partei noch ein Verein ist. Hella soll das Geld daraufhin
zurückgefordert haben. Als Reaktion darauf sei durch die Initiative
eine Einigung erzielt worden, so der Blog-Bericht. Die Firma
verbuchte die Spenden danach als Betriebsaufwand und damit als
steuerlich abzugsfähig. Initiator der Wählerinitiative war 2005 den
Berichten zufolge der frühere Bertelsmann-Manager Tim Arnold. Seit
2006 leitet Arnold die NRW-Landesvertretung beim Bund in Berlin.
Hella teilte zu dem Fall mit: «Aufgrund von Unklarheiten bezüglich
der rechtlichen Einordnung der Initiative ´Wähler für den Wechsel´
wurde die Zahlung in der Finanzbuchhaltung zunächst als Spende, dann
jedoch als Betriebsaufwand und damit als steuerlich abzugsfähig
verbucht.» Nachdem der Sachverhalt der Unternehmensführung heute zur
Kenntnis gebracht worden sei, habe diese «ohne eine abschließende
rechtliche Würdigung entschieden, den Vorgang als steuerlich nicht
abzugsfähig zu behandeln».
NRW-SPD-Generalsekretär Michael Groschek forderte
Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) dazu auf, «noch vor dem 9.
Mai eine entsprechende parteienrechtliche Prüfung einzuleiten». Da es
sich allem Anschein nach zumindest um den Verdacht einer
Steuerhinterziehung handele, müsse die Staatsanwaltschaft dem
Offizialdelikt nachgehen, verlangte der SPD-Politiker.
Die CDU wies die Anschuldigungen zurück. «Die Verleumdungen
konstruieren einen Zusammenhang, der von keiner einzigen Tatsache
belegt wird», sagte NRW-CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid. Im
Jahr 2005 seien keine Gelder der Wählerinitiative «Wähler für den
Wechsel» über Konten der NRW-CDU abgewickelt worden. «Deshalb hat die
CDU auch keine Spendenquittungen an die Unterstützer der
Wählerinitiative ausgestellt», sagte Krautscheid weiter. Man habe
sich also «völlig korrekt» verhalten.
Für die SPD geht aus einem E-Mail-Verkehr hingegen hervor, dass
Spenden «auf Anraten des heutigen Leiters der NRW-Landesvertretung
beim Bund, Arnold, illegal als Betriebsausgabe deklariert» wurden,
sagte Groschek. «Wie viele Unternehmen waren gezwungen, wie bei Hella
nachträgliche Korrekturbuchungen vorzunehmen? Wie viel Spendengeld
ist insgesamt über die Tarnorganisation geflossen?», teilte die SPD
in einem Fragenkatalog mit. Ministerpräsident und CDU-Landeschef
Rüttgers müsse zur Aufklärung beitragen. Groschek bezeichnete Arnold
als «Strohmann» der CDU.
«Es ist offensichtlich mehr als ein einmaliges Versehen: Unsaubere
Parteienfinanzierung hat bei Jürgen Rüttgers System», sagte der
Parlamentarische SPD-Geschäftsführer im Bundestag, Thomas Oppermann.
Auch er verlangte eine Prüfung durch Lammert. SPD-Generalsekretärin
Andreas Nahles forderte ebenfalls Aufklärung. Die CDU sei offenbar in
eine Parteispendenaffäre verstrickt.
Rüttgers müsse erklären, «wie es zu dem Vorwurf kommen kann, dass
eine CDU-Initiative Hella und vielleicht sogar noch andere
Unternehmen dazu angestiftet hat, Spenden als Betriebskosten
auszuweisen», sagte Grünen-Landeschefin Daniela Schneckenburger.
Laut einer CDU-Anzeige aus dem Landtagswahlkampf 2005 hatten sich
100 Unternehmen an der Initiative für Rüttgers beteiligt.
(ddp)
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