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Rostock (ddp-nrd). Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Landesvorsitzender
Erwin Sellering hat auf dem Rostocker Parteitag heftig die Politik
der schwarz-gelben Bundesregierung kritisiert. Die Steuergeschenke
seien auf Pump und Kosten der Länder und Kommunen finanziert worden,
das koste Mecklenburg-Vorpommern rund 30 Millionen Euro in diesem und
48 Millionen Euro im kommenden Jahr, sagte der Ministerpräsident am
Samstag. Das Geld fehle für Sportvereine, Musikschulen und den
Betrieb von Hallenbädern.
Man könne sich an drei Fingern abzählen, dass man nicht
gleichzeitig Steuergeschenke machen, mehr Ausgaben für Bildung
beschließen und Schulden abbauen könne. Diese Rechnung gehe niemals
auf, sagte Sellering. Für mehr Glaubwürdigkeit in der Politik seien
unter anderem strenge Regeln für die Finanzmärkte nötig wie auch
Strafbestimmungen für jene, die fahrlässig Milliarden Euro in den
Sand setzen und Tausende Arbeitsplätze vernichteten.
In Mecklenburg-Vorpommern wolle sich die SPD auf die Schwerpunkte
Wirtschaft und Arbeit, Kinder und Senioren sowie Bildung
konzentrieren. Eines der wichtigsten Vorhaben, eine kostenlose
Bildung und Betreuung von der Krippe bis zur Universität, lasse sich
jedoch nur verwirklichen, wenn der Bund mitziehe, sagte Sellering.
In Rostock wollen die Delegierten Grundzüge ihres Wahlprogramms
diskutieren. Anderthalb Jahre vor der Landtagswahl 2011 legt die
Parteispitze den knapp 100 Delegierten einen Leitantrag vor, der
unter anderem millionenschwere Investitionen in den Bereich Kinder
und Familie im Land vorsieht. Die SPD ist damit die erste der im
Landtag vertretenen Parteien, die mit Grundzügen eines Wahlprogramms
an die Öffentlichkeit geht.
(ddp)
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