"Seehofer lässt sich nur schwer beraten"
Mittwoch, 28. April 2010

Berlin (ddp). Der Politikberater Michael Spreng hat den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) als Belastung für die Berliner Koalition und seine eigene Partei bezeichnet. Dem Magazin «Cicero» sagte er: «Seehofer lässt sich nur schwer beraten. Seine Politik ist unergründlich.»

Der einstige Wahlkampfmanager des früheren bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs Edmund Stoiber kritisierte: «Der doppelte Seehofer verwirrt seine Gegner und entsetzt seine Freunde: Erst trägt er Kompromisse mit, wie sie im schwarz-gelben Koalitionsvertrag vereinbart werden, um ihnen anschließend öffentlich zu widersprechen.» Spreng ist der Meinung, die CSU habe «im Grunde mit ihm abgeschlossen» und sehne sich nach gradlinigen Führungsfiguren. «Sie erträgt ihn nur noch deshalb, weil es zu ihm gegenwärtig keine Alternative gibt.»

Spreng bezeichnete Seehofer als «Übergangsparteichef und Übergangsministerpräsidenten». Als potenzielle Nachfolger brachte er den amtierenden Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sowie Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (beide CSU) ins Spiel.

(ddp)

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