Schäuble lehnt Euro-Ausstieg Griechenlands ab
Samstag, 24. April 2010
Schäuble lehnt Euro-Ausstieg Griechenlands ab

Berlin (ddp). Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat Forderungen aus der CSU nach einem Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone zurückgewiesen. «Solche Forderungen helfen uns als Bundesregierung nicht weiter», sagte Schäuble der Zeitung «Bild am Sonntag». «Wir müssen im Rahmen der geltenden Verträge handeln», stellte er klar.

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Hans-Peter Friedrich, hatte Griechenland zuvor nahegelegt, einen Ausstieg aus der Europäischen Währungsunion zu prüfen. Dieser Schritt dürfe «nicht zum Tabu erklärt werden», sagte er dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» laut Vorabbericht.

Schäuble rechtfertigte die möglichen Finanzhilfen für Griechenland mit der Wahrnehmung elementarer deutscher Interessen: «Wir verteidigen die Stabilität des Euro, denn Deutschland profitiert davon mindestens so stark wie alle anderen. Die Hilfe für Griechenland ist also keine Verschwendung von Steuergeldern, sondern die Wahrnehmung elementarer deutscher Interessen», sagte der Finanzminister.

Das hochverschuldete Griechenland hatte am Freitag die EU und den Internationalen Währungsfonds (IWF) gebeten, die bereits vereinbarten Hilfen zu aktivieren. Innerhalb eines Jahres soll sich Griechenland bei der EU bis zu 30 Milliarden Euro leihen können, wovon 8,4 Milliarden Euro auf Deutschland entfielen. Hinzu kämen IWF-Hilfen von bis zu 15 Milliarden Euro.

(ddp)

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