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Berlin (ddp-nrw). Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat
Forderungen nach Steuererhöhungen als kontraproduktiv zurückgewiesen.
«Wir wollen, dass Deutschland die Wirtschaftskrise gut übersteht, und
deshalb machen Steuererhöhungen in dieser Zeit überhaupt keinen Sinn.
Das würde den gerade anspringenden Konjunkturmotor sofort wieder
abwürgen», sagte Rüttgers in einem am Sonntag vorab veröffentlichten
Interview der Zeitschrift «Super Illu». Auch die Streichung von
Steuervergünstigungen etwa für Nachtarbeitszuschläge lehnte der
CDU-Politiker und Spitzenkandidat seiner Partei für die
nordrhein-westfälische Landtagswahl ab. SPD-Spitzenkandidatin
Hannelore Kraft hatte sich in einem Interview mit dem «Focus» für
Steuererhöhungen ausgesprochen.
Mit Steuersenkungen, wie sie insbesondere von der FDP gefordert
werden, ist nach Rüttgers´ Ansicht allerdings in den kommenden Jahren
auch nicht zu rechnen. «Wir müssen vielmehr die Verschuldung
zurückführen, weil wir sonst große wirtschaftliche Probleme bekommen.
Inzwischen hat auch die FDP klar gesagt, dass 2010 und 2011 keine
Steuersenkung kommt», erklärte Rüttgers und betonte gleichzeitig,
dass es darüber hinaus auch für das Jahr 2012 wohl keine Garantie auf
sinkende Steuern geben könne.
An Spekulationen über eine mögliche zukünftige große Koalition in
Nordrhein-Westfalen wollte Rüttgers sich in dem «Super
Illu»-Interview zwei Wochen vor der Landtagswahl nicht beteiligen. Er
sei überzeugt, dass die Union die Wahl gewinne und er die gemeinsame
Regierung mit der FDP fortsetzen werde, sagte der
CDU-Spitzenkandidat, lehnte jedoch gleichzeitig Leihstimmen aus dem
Unions-Lager für die schwächelnden Liberalen ab. «Ich kämpfe dafür,
dass beide Stimmen für die CDU abgegeben werden, weil das die
Garantie für eine stabile Regierung ist», betonte Rüttgers.
Der CDU-Politiker bekräftigt in dem Interview seine Forderung nach
deutlichen Verbesserungen beim Arbeitslosengeld II. Dabei geht es
Rüttgers insbesondere um die Anrechnung von Zuverdiensten. «Im
mittleren Bereich sollte der Anteil, der einem arbeitenden Bezieher
von ALG II verbleibt, auf 50 Prozent seines Zuverdienstes erhöht
werden. Damit verbessern wir die Motivation zum Einstieg in ein
reguläres Beschäftigungsverhältnis», sagte der Ministerpräsident. Der
Staat müsse den «Hartz IV»-Empfängern helfen, einen Weg in den ersten
Arbeitsmarkt zu finden. «Das geht nur, indem man dafür sorgt, dass
das Arbeiten sich wieder lohnt. Wenn man den Menschen den Großteil
ihres Verdienstes wieder wegnimmt, stellt sich doch die Frage, warum
man überhaupt arbeiten soll. Ich bin der Meinung: Leistung muss sich
lohnen», betonte Rüttgers.
(ddp)
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