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Hamburg/Düsseldorf (ddp-nrw). Die nordrhein-westfälische CDU hat
2006 dank Sponsorengeldern hohe Einnahmen aus einem Parteikongress
erzielt. Wie der «Stern» (online) am Freitag unter Berufung auf
Abrechnungsunterlagen der Partei berichtete, verbuchte die NRW-CDU
bei ihrem sogenannten Zukunftskongress am 3. März 2006 in Bonn
Einnahmen von netto 167 379 Euro.
Die Kosten der Veranstaltung, auf der auch Ministerpräsident und
CDU-Landeschef Jürgen Rüttgers auftrat, betrugen dagegen nur 125 634
Euro. Das ergibt sich aus Abrechnungen, die die Sponsoringagentur
Bi:Vent an den Landesverband übermittelte.
Die Düsseldorfer CDU-Zentrale bestätigte demnach, dass 2006 wie
auch 2008 die Einnahmen des sogenannten Zukunftskongresses die
Ausgaben überstiegen und zwar dank «der Vermietung von
Ausstellungsflächen». In allen anderen Jahren seit 2004 hätten die
Kosten des Kongresses aber über den Einnahmen gelegen. Zu den
Sponsoren gehörten neben Bayer, Metro, Microsoft, Siemens und SAP
auch öffentlich kontrollierte Unternehmen wie die AOK, die Deutsche
Post und T-Mobile.
Unternehmen, die zu mehr als 25 Prozent im Besitz der öffentlichen
Hand sind, dürfen keine Parteispenden leisten. Aufgrund einer Lücke
im Parteiengesetz sind ihnen Sponsoringzahlungen aber erlaubt.
Eigentlich wäre dies «zu verbieten», forderte bereits vor geraumer
Zeit Christian Humborg, der Geschäftsführer von Transparency
International Deutschland.
Dass es einer Partei gelingt, eine große medienwirksame
Zusammenkunft mit Gewinn zu organisieren, gilt als ungewöhnlich. «Ich
finde es überraschend, dass ein Kongress mehr Einnahmen bringt als
Ausgaben», sagte der Düsseldorfer Parteienrechtler Martin Morlok
stern.de. Bei der SPD kennt man nach Auskunft eines Sprechers
«vergleichbare Überschüsse» nicht.
Die NRW-CDU versicherte, dass es sich bei den Einnahmen um keine
Parteispenden handelte und «sämtliche Standmieten» von der
Bundestagsverwaltung «überprüft und als adäquat eingeordnet worden»
seien.
(ddp)
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