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München (ots) - Moderation: Jörg Boecker
Die Themen:
Geschenktes Geld - wie leicht Banken jetzt Gewinne machen
Hunderte Milliarden Euro hat die EZB seit Ausbruch der Finanzkrise in
den Markt gepumpt. Im Juni vergangenen Jahres allein 442 Mrd. Euro
fast zum Nulltarif. Sie gaben das Geld den Banken, damit diese der
Wirtschaft helfen sollten. Doch bei Maschinenbauern,
Zulieferbetrieben etc. ist das Geld nie angekommen und kommt es auch
heute noch nicht an. Wo ist das Geld geblieben? Was haben die Banken
damit gemacht? "Plusminus" ist im Frankfurter House of Finance. Hier
werden die angehenden Banker ausgebildet - für uns machen sie
zusammen mit ihrem Professor einen ungewöhnlichen Test: Sie spielen
einen Tag lang Bank. Sie zeigen uns, wie man mit billigem Geld von
der EZB risikolos Gewinne macht.
Geliehenes Geld - warum der Staat als Banker ran muss
Weil die Banken zu wenig Kredite vergeben, klemmt es zunehmend in
Unternehmen. Der Staat muss einspringen. Monat für Monat entstehen
neue Töpfe, die KfW, die Förder-, Aufbau- und Bürgschaftsbanken der
Länder springen ein. Es gibt aktuell keine Alternative für den Staat
als Banker. Plusminus zieht eine erste Bilanz: Wie groß sind die
Töpfe, wie hoch die Kreditsummen, wie hoch die Risiken? Wir sind bei
Unternehmern, die von ihren Hausbanken im Stich gelassen wurden, die
durch staatliche Kredite oder Bürgschaften überleben konnten und die
jetzt für den nahenden Aufschwung fit sind. Und alles sieht danach
aus, dass der Staat als Banker seine Sache gut macht.
Schrott statt Rendite - miese Geschäfte mit der Lebensversicherung
Weil ihre Lebensversicherungen schlechte Renditen bringen, weil die
Raten für die Versicherungen ihnen zu teuer geworden sind - immer
mehr Versicherte wollen deshalb ihre Lebensversicherungen loswerden.
Der Rückkaufwert der Versicherungsunternehmen ist in der Regel
niedrig, der Zweitmarkt für Lebensversicherungen liegt danieder, und
genau darauf spekulieren jetzt dubiose Aufkäufer. Sie bieten das
Doppelte des Rückkaufwertes, versprechen abenteuerliche Renditen.
Allerdings gibt es das Geld nur in Raten und das ist der Haken. Nach
einigen Monaten sind die Firmen womöglich verschwunden und das Geld
ist weg.
Gescheiterter Einsatz - die Theorie vom deutschen Erntehelfer
Passend zum Start der Spargelsaison suchen wir deutsche Arbeitslose
bei den Landwirtschaftsbetrieben. Seit 2006 sind nämlich mindestens
zehn Prozent der Saisonarbeitsplätze für deutsche Arbeitslose
reserviert. Vorgeschrieben wird dies in der "Eckpunkteregelung", 2005
vom damaligen Arbeitsminister Müntefering initiiert. Sie begrenzt die
Anzahl ausländischer Saisonkräfte. Nachdem bereits im ersten Jahr
diese Idee total gefloppt war, wird diese Regelung weiter politisch
künstlich am Leben erhalten. Auch für die Ernte 2010 gilt: mindestens
zehn Prozent der Erntehelfer müssen deutsche Arbeitslose sein.
Erreicht wurde diese Quote bislang nie. "Plusminus" zeigt, wie dieser
politische Flop überdauert, Arbeitsagenturen und Betriebe
beschäftigt, aber keine Arbeitslosen.
Originaltext: ARD Das Erste
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Christian Bender
HR-Pressestelle
Tel. 069 / 155 2290,
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