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Hamburg (ddp-nrw). Nach dem Zwist um ihren
Schatten-Arbeitsminister Guntram Schneider sieht sich die
SPD-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Hannelore Kraft, neuen
Vorwürfen ausgesetzt. Der «Spiegel» berichtete am Sonntag in seiner
Online-Ausgabe, Kraft habe Zülfiye Kaykin als Integrationsexpertin in
ihr Zukunftsteam berufen und sie als hauptamtliche Geschäftsführerin
der DITIB-Moschee in Duisburg-Marxloh vorgestellt. Dabei habe die
Deutsch-Türkin ihre Stelle bereits gekündigt und sei nur noch bis zum
30. April im Amt. Dies sei bislang aber verschwiegen worden.
Kaykin erklärte laut «Spiegel», ihre derzeitige berufliche
Tätigkeit habe bei der Pressekonferenz zu ihrer Berufung keine Rolle
gespielt. Zudem habe sie gekündigt, weil sie sich «beruflich neu
orientieren» und für den Moschee-Vorstand kandidieren wolle. Als
Geschäftsführerin könnte sie letzteres nicht. Auf die Frage, ob ihre
überraschende Kündigung etwas mit finanziellen Ungereimtheiten und
dem bekannten Streit unter Verantwortlichen der Moschee zu tun haben
könnte, habe Kaykin geantwortet, es gebe keine finanziellen
Unregelmäßigkeiten: «Das ist vom Dachverband überprüft worden.»
Auch für Hannelore Kraft spielt es offenbar keine Rolle, dass sie
Kaykin in einer Funktion vorgestellt hat, die sie nicht mehr lange
innehatte. «Dies hat für die Berufung von Zülfiye Kaykin in mein
NRW-Zukunftsteam keine Relevanz. Ich habe sie wegen ihrer bundesweit
anerkannten Arbeit in der Integrationspolitik berufen», zitiert
«Spiegel Online» die SPD-Politikerin.
CDU und FDP hatten SPD-Schattenarbeitsminister Guntram Schneider
zuvor vorgeworfen, im Wahlkampf entgegen anderslautenden Zusagen auch
als DGB-Landeschef aufzutreten. Außerdem hatten sie ihn für einen
Scherz vor Postmitarbeitern kritisiert. Medienberichten zufolge hatte
Schneider bei einer Betriebsversammlung vor 700 Post-Mitarbeitern
augenzwinkernd dazu aufgefordert, Ministerpräsident Jürgen Rüttgers
(CDU) in seinem Privathaus in Pulheim mal genauer zu beobachten.
Schneider entschuldigte sich später und sprach von einem «Gag».
(ddp)
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