Neuer Ärger um Krafts Zukunftsteam
Sonntag, 25. April 2010
Neuer Ärger um Krafts Zukunftsteam

Hamburg (ddp-nrw). Nach dem Zwist um ihren Schatten-Arbeitsminister Guntram Schneider sieht sich die SPD-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Hannelore Kraft, neuen Vorwürfen ausgesetzt. Der «Spiegel» berichtete am Sonntag in seiner Online-Ausgabe, Kraft habe Zülfiye Kaykin als Integrationsexpertin in ihr Zukunftsteam berufen und sie als hauptamtliche Geschäftsführerin der DITIB-Moschee in Duisburg-Marxloh vorgestellt. Dabei habe die Deutsch-Türkin ihre Stelle bereits gekündigt und sei nur noch bis zum 30. April im Amt. Dies sei bislang aber verschwiegen worden.

Kaykin erklärte laut «Spiegel», ihre derzeitige berufliche Tätigkeit habe bei der Pressekonferenz zu ihrer Berufung keine Rolle gespielt. Zudem habe sie gekündigt, weil sie sich «beruflich neu orientieren» und für den Moschee-Vorstand kandidieren wolle. Als Geschäftsführerin könnte sie letzteres nicht. Auf die Frage, ob ihre überraschende Kündigung etwas mit finanziellen Ungereimtheiten und dem bekannten Streit unter Verantwortlichen der Moschee zu tun haben könnte, habe Kaykin geantwortet, es gebe keine finanziellen Unregelmäßigkeiten: «Das ist vom Dachverband überprüft worden.»

Auch für Hannelore Kraft spielt es offenbar keine Rolle, dass sie Kaykin in einer Funktion vorgestellt hat, die sie nicht mehr lange innehatte. «Dies hat für die Berufung von Zülfiye Kaykin in mein NRW-Zukunftsteam keine Relevanz. Ich habe sie wegen ihrer bundesweit anerkannten Arbeit in der Integrationspolitik berufen», zitiert «Spiegel Online» die SPD-Politikerin.

CDU und FDP hatten SPD-Schattenarbeitsminister Guntram Schneider zuvor vorgeworfen, im Wahlkampf entgegen anderslautenden Zusagen auch als DGB-Landeschef aufzutreten. Außerdem hatten sie ihn für einen Scherz vor Postmitarbeitern kritisiert. Medienberichten zufolge hatte Schneider bei einer Betriebsversammlung vor 700 Post-Mitarbeitern augenzwinkernd dazu aufgefordert, Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) in seinem Privathaus in Pulheim mal genauer zu beobachten. Schneider entschuldigte sich später und sprach von einem «Gag».

(ddp)

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