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Merzig (ddp-rps). Der saarländische SPD-Landeschef Heiko Maas hat
die Finanz- und Bildungspolitik der schwarz-gelb-grünen
Landesregierung scharf kritisiert. Die Regierung habe «null
Perspektiven», wie die Haushaltsnotlage des Landes bewältigt werden
könne, sagte Maas am Samstagmorgen zum Auftakt einer
Juso-Landeskonferenz in Merzig. Das Land werde Ende des Jahres rund
zwölf Milliarden Euro Schulden haben und dafür jährlich rund 500
Millionen Euro an Zinsen bezahlen müssen. Die Landesregierung habe
aber «keinen Plan, wie wir aus der finanzpolitischen Krise
herauskommen» können.
Maas räumte ein, dass es «keine Hauruck-Lösung» zur Bewältigung
der Haushaltsnotlage geben könne. Aus eigener Kraft könne das Land
diese Situation nicht bewältigen und sei deshalb auf Hilfe von außen
angewiesen. Wenn es möglich gewesen sei, «Bad Banks» für Banken in
der Krise einzurichten, müsse es auch möglich sein, eine
vergleichbare Lösung für die Altschulden von Haushaltsnotlageländern
zu finden.
In der Bildungspolitik warf Maas der Landesregierung
Zerstrittenheit vor. Insbesondere bei der im Koalitionsvertrag
vereinbarten Einführung eines gemeinsamen fünften Grundschuljahres
würden sich die Koalitionspartner «gegenseitig bekämpfen». Die SPD
halte an ihrer Forderung nach einem längeren gemeinsamen Lernen,
«aber nicht nur für ein Jahr mehr», fest, betonte Maas.
Am Mittag wollen die Jusos ihren Landesvorstand neu wählen. Dabei
stellt sich der amtierende Landesvorsitzende Sebastian Thul zur
Wiederwahl. Die Juso-Bundesvorsitzende Franziska Drohsel verschob
ihren Auftritt bei der Landeskonferenz auf Sonntag. Sie nahm am
Samstag an dem bundesweiten Anti-Atom-Protest, der vor mehreren
deutschen AKWs stattfinden sollte, teil.
(ddp)
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