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Berlin (ddp-bln). Rund eineinhalb Jahre vor der
Abgeordnetenhauswahl hat Berlins Linke-Chef Klaus Lederer seine
Partei zur Geschlossenheit gemahnt und Vorschläge für machbare
politische Alternativen gefordert. Wenn sie es nicht schaffe, in
innerparteilichen Auseinandersetzungen fair miteinander umzugehen,
«werden wir Schaden nehmen und unsere Fähigkeit, Politik zu machen,
aufs Spiel setzen», warnte Lederer am Samstag auf einem
Landesparteitag unter Hinweis auf personellen Streit in der
Bundespartei zu Jahresbeginn. Der Landesverband wolle für die Wahl
«möglichst viel Rückenwind der Bundespartei».
«Wir brauchen unsere Kraft für Politik, nicht für unsere
Selbstbeschäftigung.» Zugleich kritisierte Lederer den von der Spitze
der Bundespartei vorgelegten Entwurf für ein Parteiprogramm als teils
realitätsfern. Die Analyse der Wirklichkeit als «Horrorwelt» und
«Kartell neoliberaler Parteien» decke sich nicht mit der Lebenswelt
vieler Menschen. Zudem liefere der Entwurf «zu wenig überzeugende
Ansätze», wie die «kapitalistische Gesellschaft» in der Gegenwart zu
verändern sei.
Eine Beschränkung auf Umverteilung, Staatsintervention und
Veränderung von Eigentumsformen ermögliche noch keine grundlegende
ökologische und soziale Wende, betonte Lederer. Manch guter Ansatz
bleibe im «Raum des plakativen Antikapitalismus» und demonstrativen
Protests hängen. Notwendig sei eine Debatte, die zeige, was in den
nächsten Jahren von der Partei zu erwarten sei.
In Berlin habe die Linke eine Menge erreicht, sagte Lederer. Er
verwies auf die Rückkehr in die Tarifgemeinschaft der Länder oder das
neue Vergabegesetz mit einem Mindestlohn von 7,50 Euro für
öffentliche Aufträge. In der Debatte um den umstrittenen Ausbau der
Autobahn A 100 von Neukölln nach Treptow, über die auf dem Parteitag
diskutiert werden soll, forderte Lederer «realitätstaugliche
Antworten». Wenn das Projekt von der Partei wie absehbar abgelehnt
werden sollte, müsse auch überzeugend eine Lösung für die
Verkehrsprobleme in Treptow-Köpenick angeboten werden.
(ddp)
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