Laschet widerspricht Özkan
Montag, 26. April 2010
Laschet widerspricht Özkan

Hagen/Düsseldorf (ddp-nrw). NRW-Integrationsminister Armin Laschet (CDU) hat die Forderung der künftigen niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) nach einem Kruzifixverbot in Schulen abgelehnt. «Ich sage ganz klar: In den Schulen Nordrhein-Westfalens bleiben die Kreuze hängen», sagte Laschet der in Hagen erscheinenden «Westfalenpost» (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht.

«Christliche Symbole sind als Teil unserer Identität und Kultur ausdrücklich erlaubt und gehören in die Schulen», sagte Laschet. Zwar begrüßt es der Minister, dass die CDU mit Aygül Özkan als erste Partei Deutschlands eine Muslima zur Ministerin macht. «Was die religiöse Neutralität angeht, habe ich in dieser einen Frage aber eine grundsätzlich andere Auffassung als Frau Özkan

Auch NRW-CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid ging auf Distanz zu Özkan. Mit der CDU werde es «keine Entfernung von Kreuzen aus Klassenräumen geben», sagte Krautscheid. «Unsere Gesellschaft und unsere gesamte Werteordnung wurzelt tief in der christlich-jüdischen Tradition und in der Aufklärung», sagte er zur Begründung.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sieht die von seiner designierten Integrationsministerin Özkan entfachte Debatte um Kruzifixe in Schulen als beendet an. Nach einer «breiten Debatte in der CDU-Landtagsfraktion» habe Özkan akzeptiert, dass Kruzifixe an niedersächsischen Schulen «willkommen und gewünscht» sind, sagte Wulff in Oldenburg. Er fügte hinzu: «Sie trägt diese Linie mit und damit ist das Thema für uns erledigt.»

Özkan, die am Dienstag als erste türkischstämmige Frau als Ministerin in das niedersächsische Landeskabinett aufgenommen wird, hatte zuvor in einem Interview gesagt, dass Kruzifixe nicht in staatliche Schulräume gehörten. Damit hatte sie bei zahlreichen Vertretern von CDU und CSU für Entrüstung gesorgt.

In NRW wird am 9. Mai ein neuer Landtag gewählt. Auch die NRW-SPD hat mit der Deutsch-Türkin Zülfiye Kaykin eine Muslimin als Integrationsexpertin im Wahlkampfteam benannt.

(ddp)

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