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Hannover (ddp-nrd). Im Zusammenhang mit dem Kruzifix-Vorstoß der
künftigen niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) hat
der niedersächsische SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Jüttner die
Union scharf kritisiert. Die Äußerungen einiger Unionspolitiker vom
Wochenende zeigten nur, «dass die demokratische Rechte mit der
Verfassung fremdelt», sagte Jüttner am Montag in Hannover. Özkan habe
lediglich auf die geltende Rechtslage nach dem Urteil des
Bundesverfassungsgerichts verwiesen.
Die Härte der Äußerungen einiger Unionspolitiker mache aber klar,
dass «es ordentlich unter der Decke im rechten Bereich köchelt».
«Teile der CDU fühlen sich offenbar in ihrer politischen Existenz
bedroht», sagte Jüttner. Mit Blick auf die Entscheidung von Christian
Wulff (CDU), die türkischstämmige Politikerin in sein Kabinett zu
berufen, sagte der SPD-Politiker: «Es ist schon erstaunlich, welch
verdammt kurze Halbwertszeit das Erfolgsvorhaben hatte.»
Der designierte niedersächsische SPD-Parteivorsitzende Olaf Lies
übte darüber hinaus insbesondere an Regierungschef Wulff Kritik.
Dieser habe «die erste Gelegenheit genutzt, um Frau Özkan politisch
einzunorden, anstatt seine neue Ministerin gegen abfällige
Bemerkungen aus Reihen von CDU und CSU zu verteidigen», sagte Lies am
Montag in Hannover. Damit bestätige er die Sorgen der SPD, dass die
Kabinettsumbildung nicht als «politisches Aufbruchsignal, sondern als
PR-Maßnahme» zu verstehen sei.
Die erste türkischstämmige Ministerin in Deutschland hatte sich am
Wochenende unter anderem für ein Verbot von Kruzifixen an deutschen
Schulen ausgesprochen. Dies wurde innerhalb der Union als «abstruse
Idee» von Özkan abgelehnt.
(ddp)
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