"Gut getan hat es der CDU nicht"
Dienstag, 27. April 2010

Stuttgart (ddp-nrd). Nach Auffassung von Ministerpräsident Stefan Mappus haben die Kruzifix-Äußerungen der neuen niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan (beide CDU) der Union geschadet. Er kenne Özkan nicht persönlich, doch ihr konkreter Vorschlag, Kruzifixe aus den Klassenzimmern zu entfernen, habe ihn befremdet, sagte Mappus am Dienstag in Stuttgart. «Gut getan hat es der CDU nicht, weil dies Mosaiksteinchen sind, bei denen die Wähler denken, dass Dinge wegbröckeln, die ihnen wichtig sind.»

Der baden-württembergische Integrationsbeauftragte, Justizminister Ullrich Goll (FDP), sagte, er halte es grundsätzlich für eine gute Idee, eine Person mit Migrationshintergrund in das Ressort zu berufen. Er sei jedoch von Özkans Äußerung ebenfalls erstaunt gewesen. Dies sei ganz eindeutig nicht die Linie Baden-Württembergs.

Özkan war in den vergangenen Tagen innerhalb ihrer Partei in die Kritik geraten, weil sie ein Verbot von Kruzifixen in Schulen gefordert hatte. Am Montag zog sie ihre Aussagen zurück. Am Dienstag wurde die CDU-Politikerin als niedersächsische Sozialministerin vereidigt. Damit wird erstmals eine Muslimin Ministerin in Deutschland.

(ddp)

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