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Berlin (ddp). Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat der FDP eine
Politik gegen die große Mehrheit der Bevölkerung vorgeworfen. Die von
FDP-Chef Guido Westerwelle verlangte «geistig-politische Wende»
bedeute «im Klartext: Steuergeschenke an Hoteliers, Lobby-Politik für
die Atomindustrie, Zerschlagung der gesetzlichen
Krankenversicherung», sagte Gabriel am Sonntag in Berlin.
«Die Menschen in Deutschland haben die Nase voll von einer
ideologischen Politik, die ihre Interessen missachtet», sagte Gabriel
weiter. Schwarz-Gelb werde dafür 9. Mai bei Landtagswahl in
Nordrhein-Westfalen «die Quittung bekommen».
Der Vizechef der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, bezeichnete
die Auftritte von Westerwelle und seinem Stellvertreter Andreas
Pinkwart auf dem FDP-Parteitag in Köln als «zutiefst heuchlerisch».
Die Steuerpläne der FDP nutzen nicht wie behauptet Geringverdienern
und kleinen Betrieben, «sondern viel stärker der FDP-Kernklientel der
Besserverdiener».
Gabriel monierte, das neue Steuerkonzept der Liberalen mit einer
Entlastung von 16 Milliarden Euro pro Jahr bedeute mindestens 2,4
Milliarden Euro weniger für die Städte und Gemeinden. Um dies
auszugleichen, müssten sie 240 000 Kita-Plätze streichen, warnte er.
Den Ländern drohten Einnahmeausfälle von 6,8 Milliarden Euro, das
entspreche 112 000 Lehrerstellen.
Eine «kleine Kopfpauschale» führe ferner dazu, dass ein
durchschnittliches Rentner-Ehepaar 50 Prozent mehr
Krankenkassenbeiträge zahlen oder beim Sozialamt um einen Ausgleich
betteln müsse. «Das ist eine brutale Missachtung von Menschen, die
ihr ganzes Leben hart gearbeitet haben.»
(ddp)
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