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Köln (ddp-nrw). FDP und Grüne sind sich an diesem Sonntag
ungewohnt nah. Schlappe neun Kilometer liegen zwischen dem
Bundesparteitag der Liberalen in der Kölner Messehalle und dem
kleinen Parteitag der Grünen in Köln-Ehrenfeld. Während die FDP die
Parallelveranstaltung großzügig ignoriert, arbeiten sich die Grünen
leidenschaftlich an den Liberalen ab. Die Partei von Guido
Westerwelle ist den Grünen immer noch der liebste Feind.
Als die FDP-Delegierten am Sonntagmorgen gegen 9.00 Uhr in der
Messehalle in Köln Platz nehmen, werden in der Vulkanhalle neun
Kilometer weiter noch Verlängerungskabel verlegt und Stühle gerückt.
Grünen-Chefin Claudia Roth läuft eine Stunde später in bester Laune
ein.
Die Grünen sind an diesem Tag beflügelt von günstigen
Umfragewerten und dem Rückenwind der Anti-Atomkraftbewegung. Mit
einer 120 Kilometer langen Menschenkette protestierten
Kernkraftgegner einen Tag zuvor gegen die geplante Abkehr vom
Atomausstieg - 120 000 Menschen gingen für das Ur-Thema der Grünen
auf die Straße. Die Anti-Atomkraft-Sonne lächelt auch heute von
vielen Pullovern.
Atom steht in Köln zwar mit auf der Tagesordnung, aber das ganz
große Thema lautet: Attacke gegen Schwarz-Gelb. In der Vulkanhalle
flimmert stumm Westerwelle über einen Bildschirm, während die
Grünen-Delegierten allmählich ankommen. Auf grünen Tischdecken liegt
Lektüre der besonderen Art: «Die Räuber in Schwarz-Gelb - Ein
Trauerspiel in sieben Akten», ein Faltheft in klassischem Reclam-
oder FDP-Gelb.
Während Westerwelle in der Messehalle über Steuern und
Leistungsbereitschaft referiert, tritt in Ehrenfeld Claudia Roth ans
Rednerpult und lästert über die politische Konkurrenz. Die FDP sitze
ein paar Kilometer weiter «hoch auf ihrer gelben Wagenburg», spottet
sie. Die Liberalen wollten nicht mehr den «totalen Wahnsinn» von 24
Milliarden Euro Steuersenkungen, sondern «nur noch» den «absoluten
Wahnsinn» von 16 Milliarden Entlastung. «Steuerirrsinn» sei das, ein
«Staatsbankrott-Programm» und «skrupellose Umverteilungspolitik».
Nach Roth zerpflückt ein Redner nach dem anderen die schwarz-gelbe
Politik - insbesondere die Wunschprojekte der FDP: Steuerreform und
Kopfpauschale. Von Lobbyismus und Klientelpolitik ist da die Rede,
von Ungerechtigkeit und «Sozialdemagogie».
Gesine Agena formuliert es einfacher. «Schwarz-Gelb macht
insgesamt ganz schön viel Mist», sagt die Sprecherin der Grünen
Jugend. Insbesondere die FDP beweise jeden Tag, dass sie keine
Konzepte habe.
Grünen-Chef Cem Özdemir wettert, in der Wirtschaft sei das Thema
FDP «fast schon eine Beleidigung». Wenn man bei Firmen den Namen von
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) erwähne, müsse man
schleunigst nach einem Fluchtweg Ausschau halten. Das
FDP-Bundestagswahlergebnis von 14 Prozent sei hoffentlich ein
«einmaliger statistischer Ausreißer» gewesen, der sich nicht
wiederhole.
Gegen die FDP lässt sich leichter schießen als gegen die CDU. Auch
wenn die Grünen in Nordrhein-Westfalen auf ein Bündnis mit der SPD
hinarbeiten, halten sie sich Schwarz-Grün als Option offen. So kurz
vor der Wahl reden die Grünen darüber ungern. Alles auf Rot-Grün,
lautet die offizielle Botschaft. Eine neue Umfrage bescheinigt dieser
Konstellation erstmals seit Jahren eine Mehrheit im Düsseldorfer
Parlament. Diese Stimmung wollen sich auch die Grünen nicht durch
Schwarz-Grün-Fantasien kaputtreden - sondern bekunden lieber
lautstark ihre Distanz zur FDP.
«Mit euch geht nichts», sagt Özdemir an die Adresse der Liberalen
und betont: Auch wenn die «geografische Nähe» an diesem Tag da sein
möge, könnten sich Grüne und FDP politisch nicht ferner sein.
(ddp)
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nicht mit dem Finger auf die am unteren Ende der Gesellschaft ... Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
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