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Köln (ddp). Die Steuersenkungspläne der Liberalen stoßen auch in
den eigenen Reihen zunehmend auf Skepsis. Laut aktuellem
ZDF-Politbarometer sprechen sich derzeit 52 Prozent der FDP-Anhänger
für Steuererleichterungen aus. Im März waren es noch 60 Prozent.
Parteichef Guido Westerwelle warb einen Tag vor dem am Samstag
beginnenden FDP-Bundesparteitag in Köln für die Steuerpläne. Nur wenn
Arbeit sich lohne, könne ein Sozialstaat funktionieren, argumentierte
er. Fraktionschefin Birgit Homburger ging davon aus, dass die mehr
als 600 Delegierten auf dem Parteitag das Vorhaben mit großer
Mehrheit unterstützen.
Westerwelle verteidigte die Entlastungen: «Für uns ist ein faires
Steuersystem das allerbeste Beschäftigungsprogramm.» Auf die Frage,
ob die möglichen Milliardenhilfen für Griechenland die
Steuersenkungen torpedieren könnten, entgegnete er, dies habe mit der
Innenpolitik nichts zu tun. Auch gehe es in der Debatte um
Griechenland nicht um direkte finanzielle Unterstützung, sondern um
mögliche Garantien.
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) rechnete vor, dass eine
Steuerreform mit einem Fünf-Stufen-Tarif und einer geplanten
Entlastung zwischen 16 und 17 Milliarden Euro 130 000 neue Jobs
schaffen könne. Es gehe darum, mehr Steuergerechtigkeit zu erreichen,
bekräftigte der FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms. Die kleineren
und mittleren Einkommensbezieher würden vom aktuellen Steuertarif
bestraft, weil ihre Belastung am stärksten zunehme. «Diese
Ungerechtigkeit müssen wir dringend beseitigen, sie lähmt den
Arbeitsprozess, schwächt die Arbeitsbereitschaft und drängt die Leute
in die Schwarzarbeit», sagte Solms.
Viele Bürger äußern jedoch deutliche Zweifel an den Plänen. Nur
noch 33 Prozent halten laut ZDF-Politbarometer Steuerentlastungen
trotz der hohen Verschuldung für richtig, im März waren es noch 37
Prozent der Befragten. 61 Prozent lehnen das Vorhaben ab.
Aus den Unions-regierten Ländern kommt weiterhin Widerstand.
«Solange der eigene Haushalt nur mit der Aufnahme neuer Schulden
finanziert werden kann, können wir die Steuern nicht senken«, sagte
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU). »Eine
Steuersenkung auf Pump, also um den Preis höherer Schulden, macht
keinen Sinn», fügte er hinzu. Saarlands Regierungschef Peter Müller
(CDU) sprach sich insbesondere gegen die FDP-Vorschläge zur
Gegenfinanzierung der Steuersenkungen aus, darunter die Vorverlegung
des Ausstiegs aus der Steinkohlesubvention.
Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen berät der
FDP-Bundesparteitag am Wochenende über die Pläne. Die Delegierten
sollen bis Sonntag über das inzwischen deutlich abgespeckte
Steuerkonzept des FDP-Bundesvorstands entscheiden.
(ddp)
Mehr Neuigkeiten und ältere Meldungen: Die Grünen wählen am Nachmittag die Spitze ihrer
Bundestagsfraktion. Die Grünen-Spitzenkandidaten aus dem
Bundestagswahlkampf, Künast und Trittin, wollen den Fraktionsvorsitz
übernehmen. Gegenkandidaten gibt es nicht. Künast hat die Fraktion
bisher ... Ministerpräsident Jürgen Rüttgers setzt als Chef des
CDU-Landesverbands Nordrhein-Westfalen weiter auf eine
sozialpolitische Ausrichtung. Der 57-Jährige wurde am Samstag bei
einem Landes parteitag in Essen ohne Gegenkandidaten mit 94,4 Prozent
der ... Grünen-Chef Cem Özdemir schließt ein Regierungsbündnis mit Union
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Fünf parteiensystem zementiert sich», sagte Özdemir dem «Hamburger
Abendblatt» (Mittwochausgabe). Die Grünen ... Die Saar-SPD hat den Leiter des Konzernbereichs Politik und
Gesellschaft bei Vattenfall Europe, Rainer Knauber, zum
Wirtschaftsexperten in ihrem Kompetenzteam für die Landtagswahl Ende
August ernannt. Knauber verfüge sowohl über ... SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier schwört die Genossen
auf den Wahlkampf ein. Am Donnerstag stellte er in Potsdam sein Team
für die Bundestagswahl vor und läutete damit die heiße
Wahlkampfphase ein. «Wir ... Die hessische SPD-Politikerin Silke Tesch erhält nach
Informationen der «Frankfurter Rundschau» eine
Rüge ihrer Partei. Das habe die Bundesschiedskommission der SPD der
Abgeordneten am Montag mitgeteilt.
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